101 Kilometer an einem Tag gehen: Mein privater Megamarsch von Dortmund nach Neuss

Nachdem ich auf den Strich geschickt werde und eine fremde Frau die Hälfte kassiert, schleppe ich mich zuletzt als Staubzombie, gefüllt mit „Morphin“, Schritt für Schritt von Dortmund nach Neuss. Teils mit dem Gedanken, die 101 Kilometer in weniger als 24 Stunden bewältigen zu können. Ich erfriere nachts im Wald, kühle mich dort tagsüber ab, verfolge fremde Menschen und erhalte Besuch vom Brezel-Express. Eine Frau fragt mich schockiert, ob ich eine Wette verloren habe, eine andere will mich ins Krankenhaus bringen, derweil ein Mafia-Boss in schallendes Gelächter ausbricht, als er hört, dass ich ohne Schlafpause einfach immer nur gehe und gehe.

Die gefürchteten „Was mache ich hier eigentlich“-Aggressionen setzen nicht wie erwartet nach 60 Kilometern ein, der Hotelmitarbeiter am Ziel schenkt mir aus Mitleid ein Getränk, bei der Thai-Massage nach dem Megamarsch lüge ich und immerhin gibt’s ein paar Learnings … fürs nächste Mal. Neben meinem Megamarsch-Erfahrungsbericht verrate ich Dir außerdem alles rund um diese wahnsinnige Wanderung, angefangen bei der Streckenauswahl über körperliche Maßnahmen und Zumutungen drum herum, Packlisten für Rucksack und mein Begleitauto, die Kosten des Megamarschs, Hilfestellungen bzw. Anweisungen für telefonische Supporter und Erkenntnisse fürs nächste Mal. Die Fotos sind mit einer Ausnahme alle in chronologischer Reihenfolge.

Im Sommer 2019 ging ich zum zweiten Mal alleine 72,36 Kilometer als Übung für die geplanten 101 Kilometer und schwor mir währenddessen und danach, doch besser auf diesen riesigen Megamarsch zu verzichten. Mein Ego hat das natürlich nicht mitgemacht und rund fünf Wochen später startete ich meinen privaten Gang von Dortmund nach Neuss. Infos zu meinen Reisen findest Du hier und wirst via Twitter und Telegram über neue Beiträge informiert. Erfahre mehr über mich in meinen Instagram-Stories und mehr zu meinen Reisen auf Youtube.

Mein privater Megamarsch: In einem Tag 101 km von Dortmund nach Neuss gehen.

Mein privater Megamarsch: In einem Tag 101 km von Dortmund nach Neuss gehen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wieso die Strecke Dortmund-Neuss?
  2. „Wieso gehst du 101 km und wieso alleine“?
  3. Meine an mich gesetzten Ziele
  4. Körperliche Vor- und Nachbereitungen
  5. Kosten meines Megamarschs
  6. Packliste Rucksack beim Start
  7. Packliste Backup-Auto
  8. Vorab geplante Megamarsch-Etappen
  9. Ausführlicher Erfahrungsbericht zum meinem privaten Megamarsch (101 km)
  10. Zusammenfassung für Gestresste inkl. Zahlen
  11. Alle Weitwanderstrecken im Vergleich
  12. Was ich beim nächsten Megamarsch anders machen werde
  13. Hilfestellungen für Telefonsupport

1. Wieso die Strecke Dortmund-Neuss?

Gute Frage. Klar war, dass ich Städte wollte, damit ich eine Versorgung mit Bädern bzw. Möglichkeiten zum Auffüllen des Wassers sicherstelle. Klar war auch, dass ich an einem Fluss entlanglaufen wollte, schon allein um zu viele Höhenmeter zu vermeiden. Klar war außerdem, dass ich auf der Karte weder nach rechts noch nach oben laufen wollte, weil das eine Blockade in meinem Kopf auslöst und sich dann alles wahnsinnig schwer anfühlt.

Meine 72,36 Kilometer ging ich zweimal am Rhein entlang, einmal Wiesbaden – Rüdesheim – Bingen – Mainz – Wiesbaden und einmal Wiesbaden – Mainz – Bingen – Rüdesheim – Wiesbaden, also umgekehrt. Die Strecke war streckenweise sehr schön, aber auch langweilig, da das Auge weniger abgelenkt ist und der Kopf somit irgendwie die Belastung besser versteht.

Ich suchte nach mehr Action und wo in Deutschland findet man die besser als im Ruhrgebiet. Das BVB-Stadion als Beginn stand schnell fest und nun galt es ein Ziel zu finden. Ich fand es dankbar, nachts auf der Karte nach links durch all die Städte zu gehen und dann den Rhein entlang nach unten, eben bis zum Erreichen der 101 Kilometer. Das Ziel war somit mehr oder weniger zufällig Neuss, was allerdings eine Stadt ist, mit der ich sehr viel verbinde. Der Plan war also perfekt und die Route meines 101-km-Megamarschs, liebevoll auch One-oh-One genannt, stand fest:

Dortmund – Bochum – Essen – Mülheim an der Ruhr – Duisburg – Neuss.

Vorbereitung zum Megamarsch: Bowl am Vortag.

Vorbereitung zum Megamarsch: Bowl am Vortag.

2. „Wieso gehst du 101 Kilometer und wieso alleine?“

Die erste Frage taucht nicht selten auf, wenn man erzählt, dass man 101 Kilometer geht. 101 Kilometer gehen ist irgendwie schon eine komplexe Angelegenheit und auch die Antwort ist komplex. Ein Teil davon ist: ich gehe einfach echt gerne. Ein anderer Teil davon ist: Ich war neugierig, ob ich es kann. Ich glaubte es, aber ich wollte den Beweis. Ähnlich, wie ich auch wissen will, ob ich ohne Wert auf Zeit zu legen einen Iron Man schaffe. Dazu kommen noch weitere Teile, die ich lieber für mich behalte. Ganz sicher kann man aber sein: keiner geht eine solche Strecke grundlos.

Wieso ich nicht an offiziellen Veranstaltungen teilnehme, ist wesentlich einfacher zu beantworten. Ich lasse mir bei einer solchen Tour schon mal keinen Zeitpunkt und keine Strecke vorgeben. Ich will ja Spaß haben, also muss es auch zu meinen Konditionen und nach meinen Vorstellungen ablaufen. Zudem war ich noch nie der Typ für organisierte Gruppenaktivitäten und noch weniger für Öffentlichkeit. Eine Teilnahme kommt somit also grundlegend für mich nicht in Frage. Außerdem bevorzuge ich das Gehen alleine.

Wichtig war mir, erstmals beim Weitwandern ein Backup-Auto dabei zu haben. Falls ich doch nicht mehr gehen kann, falls sonst irgendwas ist und um nicht alles selbst tragen zu müssen. Das Auto war die gesamte Zeit meiner Wanderung über abrufbar und nie weiter als 20 Kilometer von mir entfernt. In den Pausen konnte ich mich darin niederlassen. Es war gut, diesen Support zu haben. Insgesamt habe ich viermal hier pausiert.

3. Meine an mich gesetzten Ziele

Vor meinem privaten Megamarsch habe ich mir Ziele gesetzt. Ich zitiere sie Dir hier genau so, wie ich sie damals für mich aufschrieb:

  • 101 km gehen.
  • Ankommen.
  • Keine dauerhaften Schäden haben.
  • Überleben.
  • Weniger als 24 Stunden brauchen.
  • Nicht sterben.
  • Aggressionen erst nach 73 km haben.
  • Lebend das Ziel erreichen.
  • … und ob der Strecke und Zeit … ohne Zwischenfälle mit Männern ankommen – insbesondere was die Nacht und die Gewerbegebiete angeht.
Der Fahrer meines Backup-Autos zog mir spontan eine Startlinie aus Duschgel für meinen Megamarsch.

Der Fahrer meines Backup-Autos zog mir spontan eine Startlinie aus Duschgel für meinen Megamarsch.

4. Körperliche Vor- und Nachbereitungen

So ein Megamarsch ist eine extreme körperliche Belastung, die keinesfalls unterschätzt werden sollte. Insbesondere nicht, was eine ausreichende Zufuhr von Essen und Trinken am Tag selbst sowie in den Tagen danach angeht. Aber auch sonst sollte man nicht unterschätzen, was es heißt, rund 24 Stunden auf den Beinen zu sein – im wahrsten Sinne. Das habe ich meinem Körper also vorher und nachher zugemutet bzw. Gutes getan:

  • Sechs Wochen vorher: 72,36 km gehen, als Übung
  • Ab eine Woche vorher: Kein Sport und keine Strecken über zehn Kilometer. Mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht.
  • Vier Tage vorher: 20 min Nackenmassage
  • Drei Tage vorher 20 min Nackenmassage
  • Zwei Tage vorher: 20 min Nackenmassage
  • Einen Tag vorher: 30 min Premium-Sport-Massagesessel, Fokus auf Nacken und Rücken, nachts rund 8,5 Stunden Schlaf
  • Am Starttag: Morgens Fußmassage, tagsüber leider nur eine Stunde Schlaf, vor dem Start rund drei Kilometer gehen
  • Nach der Ankunft: Baden im Hotel, acht Stunden Schlaf
  • Am Tag nach der Ankunft: Sauna und Whirpool, 60 min Thaimassage, fast keine Gehstrecken
  • Zwei Tage nach der Ankunft: 60 min Thaimassage, fast keine Gehstrecken
  • Drei Tage nach der Ankunft: Ich gehe rund 15 Kilometer.
  • Vier Tage nach der Ankunft: Ich lebe normal weiter.

5. Kosten meines Megamarschs

101 km von a nach b gehen. Klingt einfach und günstig, hat aber mehr gekostet, als man denken würde. Insgesamt habe ich ohne zwei mir wichtige und deshalb auch notwendige Restaurantbesuche vorher und nachher zwecks Vorfreude bzw. Feier rund 345 Euro gezahlt. Diese Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

  • Neue Sohlen: 35 Euro
  • Massagen vorher: 45 Euro
  • Massagen danach: 65 Euro
  • Hotel Neuss: 70 Euro
  • Sprit An- und Abreise: mind. 80 Euro
  • Wellness am Tag danach: 20 Euro
  • Verpflegung für den Megamarsch: rund 30 Euro
Das BVB-Stadion ist der Startpunkt meines privaten Megamarschs.

Das BVB-Stadion ist der Startpunkt meines privaten Megamarschs.

6. Packliste Rucksack beim Start

Wichtig war mir beim Packen, dass ich ausreichend Sachen dabei habe, um nicht direkt auf mein Backup-Auto angewiesen zu sein und es anfordern zu müssen. Dennoch habe ich darauf geachtet, möglichst viel auszulagern – insbesondere Trinken. Obst ist schwer und bringt dem Körper bei einer solchen Belastung nicht wirklich viel. Daher habe ich wenig dabei gehabt und noch etwas mehr im Auto gelagert – vor allem für den Geschmack und als Wasserersatz.

Kleidung:

Nahrung:

Technik:

Badsachen:

Eigengewicht Rucksack (Jack Wolfskin Moab Jam 30): ca. 1,2 kg
Gesamt inkl. 0,75 Wasser: ca. 4 kg

Mein privater Megamarsch nachts entlang der Felder.

Mein privater Megamarsch nachts entlang der Felder.

7. Packliste Backup-Auto

Mein Backup-Auto diente als Backup, wie der Name schon sagt. Hier habe ich alles gelagert, was zu schwer oder zu viel zum Tragen war. Vor allem Obst, Wasser und Ersatzschuhe aber auch Sachen für den Folgetag bzw. die Nacht im Hotel. Es war gut zu wissen, dass im Notfall immer ein Auto in der Nähe war. Zunächst hatte ich Bedenken, dass es sich negativ auf meine Motivation auswirken könnte, da ich bei den 72-Kilometer-Strecken oft an einen Punkt gelangte, an dem ich einfach keinen Bock mehr hatte, es da aber einfach keine Alternative zum Weitergehen gab. Dieser Fall trat bei den 101 Kilometern nie ein und es tat einfach nur gut zu wissen, dass immer jemand da sein könnte. Sitzende Pausen bei teils schattenfreien Strecken in glühender Hitze waren ebenfalls mehr als angenehm. Hier meine Auto-Packliste zum Megamarsch:

  • Zweites Paar Skechers
  • Viel Wasser
  • Obst/Gemüse
  • Sonstiges Essen
  • Kniebandage
  • Strümpfe
  • Bandagen für Knöchel
  • Kühlgel
  • After Sun
  • Voltaren
  • Kleidung fürs Hotel
  • Badsachen fürs Hotel
  • Badeschuhe + Handtuch für die Sauna

8. Vorab geplante Etappen

Romantisch habe ich mir ausgemalt, wie schnell ich von Dortmund nach Neuss gehe. Leider konnte ich den Plan nicht einhalten – hier dennoch meine Idee zur Strecke:

  1. Start: 21:15 Uhr, BVB-Stadion – Bochum, 20 km, Ziel: Mitternacht
  2. Bochum – Essen, 16 km, Ziel: 3 Uhr
  3. Essen – Mülheim an der Ruhr, 12 km, Ziel: 5:30 Uhr
  4. Mülheim an der Ruhr – Duisburg, 9 km, Ziel: 8 Uhr
  5. Duisburg – Flughafenbrücke, 28 km, Ziel: 15 Uhr
  6. Flughafenbrücke – Hotel Neuss, 17 km, Ziel: 21 Uhr

Das wären knapp unter 24 Stunden gewesen. Körperliche Halbzeit bei einer Strecke von 101 km ist bei rund 70 km, also grob auf Höhe Krefeld.

Nachts bin ich ganz allein auf meinem Megamarsch durchs Ruhrgebiet.

Nachts bin ich ganz allein auf meinem Megamarsch durchs Ruhrgebiet.

9. Ausführlicher Erfahrungsbericht zu meinem privaten 101-km-Megamarsch

Am Tag vor meinem Start gehe ich nochmal fett essen. Eine Bowl mit Lachs in einem Restaurant, in dem ich schon oft war. Erstmals vertrage ich sie oder eher den Lachs nicht. Ich kämpfe den ganzen Tag gegen Bauchschmerzen und Übelkeit an und somit bin ich am kommenden Starttag nicht wirklich fit. Wie geplant starte ich mit einer Massage um 10 Uhr in den Tag und versuche danach zu schlafen. Es gelingt mir nicht. Ich wälze mich hin und her, geplagt von Bauchschmerzen und dem Gedanken: „Du musst schlafen!“ Mein Kopf ist voller Gedanken. Ich finde, es fühlt sich seltsam an zu wissen, dass morgen nichts mehr sein wird wie heute und ich weiß, wie fertig ich sein werde.

Ich werde auch nie mehr der Mensch sein, der noch nie so weit gegangen ist. Klick um zu Tweeten

Gegen 16:33 Uhr bin ich aufgeregt. Mein Körper steht unter Spannung. Um 17 Uhr gebe ich auf. Rund eine Stunde habe ich geschlafen, in der Nacht nur von etwa 0:30 Uhr bis 9 Uhr. Es muss reichen. Bei den vergangenen 72 Kilometern hatte ich davor auch nur drei Stunden Schlaf und diesmal habe ich die Koffeintabletten griffbereit.

Ich schwinge mich zu den Klängen des alten Hits von Fettes Brot, Ich bin müde, aus dem Bett und packe die letzten Sachen zusammen. Etwa vier Kilogramm wiegt mein Rucksack, inklusive 0,75 Liter Wasser. Die müssen reichen, bis ich sie irgendwo auffüllen kann. Um 18 Uhr mache ich mich auf den Weg nach Dortmund, wo meine Route startet. Am Auto stecke ich noch augenrollend einen Strafzettel ein. Nach einer teils nervigen Fahrt inklusive Stau erreiche ich um 19:25 Uhr Dortmund und treffe mein Backup-Auto, das während meiner Tour rufbereit in der Nähe sein wird und mir jede Menge Last abnimmt, die ich dann nicht tragen muss. Ich lasse mein Auto in der Nähe der Sauna stehen, in der ich in zwei Tagen und nach 101 gegangenen Kilometern entspannen werde und wir machen noch einen letzten Abstecher über einen Supermarkt. Bananenchips beschweren nun noch zusätzlich meinen Rucksack – und genau über die werde ich mich später mit am meisten freuen. Das weiß ich jetzt aber noch nicht und ziehe skeptisch eine Augenbraue hoch, als sie mir überreicht werden. Über die Stachelbeeren, die immer im Auto auf mich warten werden, freue ich mich riesig, immerhin zählen sie zu meinen liebsten Nahrungsmitteln. „Anhalten aber nie stehen bleiben“, wirbt ein altes Werbeschild vor dem Supermarkt. „Jawoll“, denke ich und steige ins Auto.

Werbeschild kurz vor dem Start meines privaten Megamarschs: Anhalten aber nie stehen bleiben!

Werbeschild kurz vor dem Start meines privaten Megamarschs: Anhalten aber nie stehen bleiben!

Auf der Fahrt zum Signal-Iduna-Park, meinem Startort, gibt’s natürlich noch mit offenen Fenstern auf voller Lautstärke den Song „I’m gonna be (500 miles)“ von The Proclaimers. Was sonst! Am Stadion angekommen gehe ich noch einmal schnell in einem Hotel ins Bad und flechte meine Haare. Auf dem Jakobsweg mache ich das immer. Sie kommen einem so nicht in die Quere und ich bilde mir ein, dass sie weniger Dreck aufnehmen. Ich bin bereit. Mit Duschgel, das wir noch im Auto in einer Sporttasche finden, wird mir eine Startlinie mit Herz gezogen. Ich bin aufgeregt, denn ich weiß, dass die Zeit zählt, sobald ich sie überschreite. „Ich schick Dich jetzt auf den Strich“, sagt meine Begleitung lachend. Eine fremde Frau, die gerade vorbei geht, etwa Mitte 30 und mit langen, dunklen Locken, kommentiert belanglos: „Ich kassier‘ die Hälfte!“ Eine gefühlte Ewigkeit starren wir ihr sprachlos hinterher. Wir machen noch ein paar Fotos, checken, dass ich alles habe, was ich mindestens für die ersten 35 Kilometer brauche und dann geht’s los. Um 21:31 Uhr trete ich über das Duschgel und die Zeit läuft. Ich gehe direkt auf das von mir so geliebte BVB-Stadion zu. Der Startpunkt vor Ort war entsprechend beliebig gewählt und einfach neben dem Auto. Ich erinnere mich nostalgisch an mein erstes Champions-League-Spiel, das ich hier sah. Nach fünf Minuten stelle ich fest, dass ich in die falsche Richtung laufe, um nach acht Minuten zu sehen, dass es doch die richtige war.

Nach insgesamt zehn Minuten merke ich, dass ich ein viel zu enges Sporttop trage, das mich in den Wahnsinn treibt und mir außerdem viel zu heiß ist. Mein linker Schuh ist zu locker geschnürt. Egal, ich gehe weiter. Bereits nach einer halben Stunde esse ich einen Apfel und Linsenchips und nach 45 Minuten ist mir langweilig. Es fühlt sich an, als würde ich einfach durch eine Stadt gehen. Es ist ein warmer Sommerabend in Dortmund. Überall sind Menschen unterwegs und keiner, dessen Blicke mich flüchtig streifen, ahnt, welche Tortur ich vor mir habe. Tor-Tour. Hm. Nach 50 Minuten mentaler und schriftlicher Quengelei suche ich endlich in einer Pizzeria das Bad auf, um das Top zu wechseln. Es geht mir jetzt besser und langsam ist es dunkel. Gegen 23 Uhr heiße ich genervt die wiederkehrenden Bauchschmerzen willkommen. Kurz darauf halte ich an einer Tankstelle und suche mein Funktionstuch, da es am Hals doch recht kalt wird. Mir werden Sprachnachrichten mit selbst gesungenen Wanderliedern geschickt, die mich wütend machen.

Pause an einer Tankstelle und Zeit für den ersten Verband entlang meines Megamarschs.

Pause an einer Tankstelle und Zeit für den ersten Verband entlang meines Megamarschs.

Ich bin zwei Stunden unterwegs bis ich eine Brezel esse, den großen Wagen am Himmel sehe und erst zehn Kilometer geschafft habe. Ich weiß, dass ich zu langsam bin. Mir ist heiß und ich spüre meinen Rücken. Außer mir ist kaum noch jemand unterwegs, nur selten begegnet mir ein Mann mit einem Hund. Um 00:01 Uhr schicke ich aufgeregt Nachrichten mit dem Inhalt: „Alarm! Heute komme ich schon an!“ Links in die Straße rein befindet sich Bochum, vor mir Dortmund. Verrückt. Inzwischen bin ich fast nur noch allein unterwegs. Vor mir liegt ein Stück mit Wald und ich sehe schon, wie ein Wildschwein in mich rein rast und ich am nächsten Morgen gefunden werde. An die bevorstehende Kälte denke ich noch nicht. Ich bin ziemlich frustriert, dass ich mich trotz fortgeschrittener Uhrzeit immer noch in irgendwelchen Ausläufern Dortmunds befinde. Vor allem, da ich dachte, ich sei um die Zeit schon in Bochum-Stadtmitte.

Um 1:14 Uhr passiere ich das Ruhrstadion. Ab und an fährt ein Auto an mir vorbei und ich berechne, dass ich wirklich sehr langsam bin. Mit 1,5 Stunden Verspätung erreiche ich um 1:33 Uhr Bochum-Innenstadt. Die anhaltende Kälte lähmt meinen Körper. Wenn ich an meine Beine fasse, sind sie eiskalt. In Bochum suche ich ein rund um die Uhr geöffnetes Fitnessstudio auf, in dem niemand außer einer Frau am Empfang ist und ich darf das Bad nutzen. Mein Wasser fülle ich hier auf und der Blick in den Spiegel zeigt, dass ich noch topfit bin. Sehr cool, sage ich mir grinsend und pilgere weiter. Um 2 Uhr halte ich an einer Tankstelle und esse Russisch Brot. Zwanzig Minuten später spüre ich meinen rechten Knöchel erstmals. Um 2:40 Uhr nehme ich eine Koffeintablette. Ich spüre nun auch meine Schultern. Durchgängig bemängle ich, dass ich im Hellen gestartet bin und dann in die Dunkelheit laufen musste. Ich würde diesen Zeitplan kein zweites Mal umsetzen und stets nur noch im Dunkeln starten. Die 26 Kilometer erreiche ich erst nach 5:23 Stunden, was 4,83 Kilometer pro Stunde bedeutet. Nicht gut. Ich bin frustriert, aber noch zu allem bereit. Zeit gekostet haben mich vor allem: Fotos machen am BVB-Stadion, zweimal halten an der Tankstelle inkl. Badnutzung, warten im Fitnessstudio bis mich jemand rein lässt plus Badnutzung und Fotos machen, Essen an zwei Haltestellen, kurzzeitig sehr langsames Gehen wegen Bauchkrämpfen und die gnadenlose Kälte.

Sonnenaufgang bei meinem privaten Megamarsch.

Sonnenaufgang bei meinem privaten Megamarsch.

Ich telefoniere vor allem in Gewerbegebieten, in denen ich ungern allein unterwegs bin. Auch in Waldabschnitten finde ich so eine Ablenkung von der drastischen Kälte. Mir ist stellenweise extrem kalt und ich habe aber einfach nicht mehr anzuziehen. Meine Funktionsjacke ist zwar wind- und wasserdicht, nicht jedoch wärmend. Ansonsten freue ich mich über viel Ruhe. Um 4:15 Uhr ist es fast hell und ich bin bereits in Essen, noch nicht jedoch im Zentrum. Ich bin nun bei 33 Kilometern und dokumentiere: „Fast geschafft“. Überall um mich rum unterhalten sich Vögel. Wie immer freut mich das und hebt meine Laune, die gerade nicht gut ist, da ich komplett durchgefroren bin. Ich gehe einen Umweg, um eine Pause an einer Tankstelle zu machen, dort das Bad zu nutzen, mich vor dem Spiegel zu erschrecken und draußen kurz niederzulassen. Hier ziehe ich erstmals auch die Schuhe aus. Zehn Minuten etwa bleibe ich hier, wechsle Sohlen und Strümpfe erstmals und binde einen Verband um meinen rechten Knöchel. Sicher ist sicher, denke ich. Ich esse Schoko-Reiswaffeln und Nüsse und ziehe weiter. Die Laternen gehen aus. Jetzt ist also so richtig heute. Der Tag, an dem ich ankomme. Ich versuche zwei Minuten lang mit allem, was ich kann und habe die Knuspererbsen zu öffnen, auf denen „Enjoy“ und „hier öffnen“ steht. Ich kriege die Packung mit keiner Form von Gewalt oder Hilfsmitteln auf und stopfe sie maximal frustriert zurück in den Rucksack. Ich hatte mich sehr darauf gefreut. Mein Körper ist sowieso maximal aufgeregt, dass es Essen gibt, obwohl es zwischen 20 und 12 Uhr ist – normalerweise gibt’s da nichts, da seit Jahren intermittiere. In Essen-Innenstadt bin ich übrigens noch immer nicht, obwohl es schon nach 5 Uhr ist und ich um 3 Uhr da sein wollte.

Man soll sich nicht über die Dinge ärgern. Denn das ist ihnen völlig egal. Klick um zu Tweeten

Um 5:15 Uhr spüre ich meinen linken Oberschenkel oben links außen. Meine Augen sind müde und ich bin froh, dass ich die Sohlen gewechselt habe. Mein Körper ist immer noch eiskalt und die Koffeintablette wirkt nicht mehr. Um 5:25 Uhr bin ich endlich und mit knapp 2,5 Stunden Verspätung in Essen-Innenstadt. Ich mag Essen.

Ich mag das Ruhrgebiet. Es ist so schön grün hier. Das weiß nur keiner ... Klick um zu Tweeten

Nach acht Stunden habe ich 38 Kilometer geschafft. Um 5:50 Uhr habe ich 40 Kilometer zurückgelegt. Mein Backup-Auto hätte ich eigentlich in Essen treffen sollen, aber aufgrund von Standortschwierigkeiten und Müdigkeit haben wir den Treffpunkt auf Mülheim verlagert. Ich entscheide, dass ich die „paar“ Kilometer auch noch so schaffe. Ich liebe es, nach einer durchgemachten Nacht wortwörtlich in den Tag zu starten und herumlaufend den Sonnenaufgang zu erleben und wie die Straßen sich füllen, das Leben beginnt. Wieder ahnt niemand der mir begegnet, welcher Weg hinter und vor mir liegt. Vermutlich nimmt nicht mal jemand wahr, wie fertig ich aussehe bzw. schiebt meine Erscheinung wenn dann auf die Uhrzeit. Endlich kann ich um 6:11 Uhr dokumentieren, dass mich die Sonne wärmt. Die Temperatur meiner eiskalten Körperteile steigt und ich fühle mich wieder beweglicher. Ich nehme eine halbe Koffeintablette, die zwei Tassen Kaffee entspricht – zumindest laut der Frau aus der Apotheke.

Grundsätzlich rate ich übrigens von der Einnahme solcher Tabletten ab und habe in meinem Leben auch noch keine 30 Stück genommen. Generell nehme ich fast nie Koffein zu mir. Da ich aber Kaffee nicht mag und auch sonst mehrheitlich nur Wasser trinke ist es vor allem bei langen Autofahrten eine gute Alternative, die bei mir nach rund zehn Minuten wirkt und meist um die vier Stunden hält.

Mohnblumen beim Sonnenaufgang am Morgen meines Megamarschs von Dortmund nach Neuss.

Mohnblumen beim Sonnenaufgang am Morgen meines Megamarschs von Dortmund nach Neuss.

Um 6:17 Uhr „halte“ ich an einem Parkplatz und warte auf mein Backup-Auto. Als es kurz darauf kommt, pausiere ich sitzend für etwas weniger als 25 Minuten. In der Zeit erfriere ich schon wieder, lade aber auch Essen aus, sodass mein Rucksack leichter wird. Ich bin wieder fit und renne noch über vierspurige Straßen. Ich habe leichte Schmerzen beim Auftreten rechts, aber es geht. Ich erfriere wieder. Alles an mir ist Eis. Ich finde super krass, dass Düsseldorf schon ausgeschildert ist. Ab 7:10 Uhr wärmt mich die Sonne wirklich. Ich schreite durch Felder und freue mich. Es geht mir gut. Ich bin trotz Bauchschmerzen recht tiefenentspannt. Bald erreiche ich die Grenze von Essen-Haarzopf zu Mülheim. Ich amüsiere mich noch immer über Haarzopf, vor allem, weil ich einen habe.

Nach 'müde' kommt halt 'lol' und 'doof', erst danach folgt 'pissed'. Klick um zu Tweeten

Zehn Stunden sind rum und ich habe 45,51 Kilometer hinter mir gelassen. Mein Körper ist endlich wärmer. Um 8 Uhr ist mir so warm, dass ich meine Jacke und mein Funktionstuch ausziehen kann. Ich versuche ein Bad zu finden, was mir erst nach 30 Minuten dank eines Hotels gelingt. Ich bin maximal genervt von den unfreundlichen Menschen bei der Frage nach einer möglichen Badnutzung – immerhin befinde ich mich sogar auf dem Jakobsweg, der überall ausgeschildert ist. Bedingt durch meinen Wunsch die Strecke zu dokumentieren und Fotos zu machen, verliere ich zunehmend Zeit – das ist das Gute am Nachtwandern: man kommt nicht in Verlegenheit Fotos zu machen.

"Bin unterwegs." Dieses Plakat begegnet mir wahrheitsgetreu entlang meiner 101 km.

„Bin unterwegs.“ Dieses Plakat begegnet mir wahrheitsgetreu entlang meiner 101 km.

Über 50 Kilometer habe ich nach elf Stunden geknackt. Fast Halbzeit! Ich setze noch voll darauf, in weniger als 22 Stunden anzukommen. Dennoch nervt mich, dass ich langsamer bin als beim letzten 72-Kilometer-Lauf. Ich schreibe es der Kälte zu. Zudem rechne ich mir nach einem Blick in den Spiegel wieder große Chancen aus, als Statist eine Rolle bei „The Walking Dead“ zu ergattern. Zudem heißt es ja, dass ein offener Mund den IQ um 50 Punkte senkt. Ich sehe mich hier definitiv schon im Negativbereich … Schritt für Schritt schleife ich mich voran. Ein nächster Treff mit dem Backup-Auto ist für Duisburg geplant. Ich esse und esse und esse. Auftreten links ist nicht mehr so geil, meine Wanderung über die Ruhr dafür umso mehr. Um 9 Uhr mache ich eine sitzende Pause am Auto und nehme neben Essen noch Magnesium zu mir. Gegen 9:33 Uhr gehe ich weiter und habe bis dahin eine Geschwindigkeit von 4.33 Kilometer pro Stunde. Das wären knapp über 23 Stunden für 100 Kilometer und gefährdet somit mein Ziel von 24 Stunden für 101 Kilometer. Ich habe große Bedenken, die gewünschte Zeit noch zu schaffen, kann mich damit aber auch nicht weiter beschäftigen. Sobald ich etwas esse habe ich Bauchschmerzen und das Internet geht meist gar nicht mehr. Ich erfriere im Schatten und verbrenne in der Sonne. Gegen 10 Uhr sagt mein Armband, ich hätte bereits über 2.200 Kalorien verbrannt. Ich bin müde und finde weiterhin die Kraft über Straßen zu rennen. Um 10:10 Uhr bin ich bei Kilometer 55. Ich bin frustriert, dass ich so langsam bin, komme insgesamt aber recht gut damit klar. Ich weiß, dass Ankommen wichtiger ist als schnell ankommen.

Der Jakobsweg, der BVB und meine Strecke von Dortmund nach Neuss: was ein toller Megamarsch!

Der Jakobsweg, der BVB und meine Strecke von Dortmund nach Neuss: was ein toller Megamarsch!

Mich gaffen ständig Männer an und das nervt mich! Ich habe Steine im Schuh und werde glücklicherweise erinnert, mich schnell darum zu kümmern, statt immer weiter zu leiden. Um 10:30 Uhr bin ich am Duisburger Zoo. Immer noch habe ich Bauchschmerzen sobald ich was esse. Das ist irgendwie extrem hinderlich, denn ich muss auf meine Kalorien kommen, damit mein armer, kleiner, geschundener Körper den Tag gut übersteht. Ja, manchmal bemitleide ich mich. Dann höre ich wieder auf. Ich habe keinerlei Interesse mit irgendwem zu reden und nutze somit keinen Telefonjoker. Ich bin langsam und schwer, aber auch entspannt und grundsätzlich gut gelaunt. Um 11 Uhr bin ich am Duisburger Hauptbahnhof und muss in einem Hotel Treppen steigen, um ins Bad zu kommen. Nicht gut. Irgendwie fühlt man sich bei so Weitwanderungen beim Anblick einer Treppe wie Jack Nicholson im Film „Was das Herz begehrt“, wenn er vor einer Treppe steht und alters- sowie krankheitsbedingt nur wenige Stufen schafft. Auftreten rechts ist sowieso nicht gut.

Ich sitze in der Sonne und entspanne. Starre vor mich hin. Genieße den Moment ohne Schuhe. Ich habe die 60 Kilometer geknackt. Ich wechsle Sohlen und Strümpfe. Mache einen Verband zusätzlich um meinen rechten Fuß, da der sich mittig weniger gut anfühlt. Ich hoffe, das stabilisiert etwas. Jetzt ist mir noch nicht bewusst, dass ich den Verband morgen bereuen werde, da der Schuh zu eng geschnürt ist und dadurch morgen alles geschwollen sein wird. Ich möchte schlafen. Gehe weiter. Um 12 Uhr verlasse ich Duisburg. Genau dann bin ich mir sicher, dass ich im Gegensatz zu meinen 72-Kilometer-Wanderungen diesmal nicht mehr aggressiv sein werde. Ich erreiche die Brücke der Solidarität und überquere den Rhein. Ständig hupen mich LKW-Fahrer an und werfen mir ekelhafte Blicke zu. Ich bin hoch motiviert, da ich ab jetzt auf der Karte nur noch nach unten laufen muss. Irgendwie fällt mir das leichter als nach oben, rechts oder links.

Brezeln und Bananenchips vertrage ich gut. Um 12:17 Uhr mache ich meine dritte und 40-minütige Pause am Auto. Ich sitze und bin froh über etwas Erholung. Normalerweise bin ich kein Typ für lange Pausen, aber ich denke, sie tun meinem Körper gerade gut. Vorab hatte ich Angst, dass ein Backup-Auto einen Abbruch eher motiviert – aber im Gegenteil. Ich bin froh, dass ich Vorräte in der Nähe habe, kurz sitzen und zur Seite kippen kann, vor allem, da nirgendwo Bänke sind und ich sonst vom Boden wieder aufstehen müsste. Ich bin wieder fit. Zur Sicherheit nutze ich dennoch das Kühlgel und die Pferdesalbe, bevor ich wieder aufstehe. Wechsle beide Verbände. Als ich weiter gehe und durch den kühlen Wald pilgere ist mir scheiß egal, wann ich ankomme. Ich komme an. Das ist alles, was zählt. Ich bin bald seit 24 Stunden wach und ich erkenne erst jetzt, welch viel größere Belastung ein solcher Marsch ist, als etwa ein Ultramarathon, bei dem man schon mal nicht gegen die Müdigkeit ankämpfen muss und einfach nicht so lange auf den Beinen ist. Vor dem Ende meiner Pause hatte ich noch zwei Brezeln bestellt, die nun geholt und dann gebracht werden. Irgendwo entlang der Strecke. Liebevoll nennen wir das Brezel-Express.

Morgendliche Wanderung nach vielen Stunden unterwegs. Die Zeit, wenn man die Nacht lang wandert und das Leben überall erwacht, mag ich am meisten.

Morgendliche Wanderung nach vielen Stunden unterwegs. Die Zeit, wenn man die Nacht lang wandert und das Leben überall erwacht, mag ich am meisten.

Auftreten fühlt sich taub an. Ich sehe die Karte an und rede mir ein, dass es ja nur noch schnell die Karte runter rollen ist. Mehr nicht. Ich schicke Nachrichten, dass ich auch bereit bin 30 Stunden zu gehen, wenn es sein muss. Nach 15.38 Stunden bin ich bei 64.5 Kilometern.

Ich philosophiere, ob alles sich in meinen Schuhen befindliche Körpermaterial komplett zertrümmert sein könnte. Klick um zu Tweeten

Der Brezel-Express fährt zweimal an mir vorbei, bis es eine Möglichkeit zum Halten gibt. Ich bin mitten in einem seltsamen Gewerbegebiet und die LKW-Fahrer flippen aus, als hätten sie noch nie ein Mädchen gesehen. Was geht! Gegen 13:30 brauche ich wirklich ein Bad, nicht zuletzt weil die Sonne knallt und mein Wasser leer ist, also frage ich einen Mann am Rand einer der gigantischen Fabrikhallen. Irritiert sagt er, dass ich besser mit ins Büro komme, statt ein Bad in der Halle zu nutzen. Seine Begründung: „Also … hm … hier arbeiten nur … Männer!“ Er fragt, ob ich wandere und ich berichte. Ob ich ein Zelt dabeihabe. Nein. Ich berichte, dass ich nicht schlafe. Findet er cool. Er führt mich durch eine Lagerhalle in ein Büro, wo alle ihn begrüßen mit „da bist du ja wieder“ und erstarren, als sie mich sehen. Lächelnd und ihnen zunickend passiere ich alle auf dem Weg zum Bad. Als ich wieder rauskomme und er offensichtlich von meiner Wanderung berichtet hat, grinsen alle und wünschen mir ein frohes Wandern. Ich bedanke mich und ziehe fröhlich weiter.

"Sie verlassen jetzt Dusiburg" - wie lange sich die Strecken ziehen, wenn man sie statt sonst mit dem Auto nun gehend zurücklegt.

„Sie verlassen jetzt Dusiburg“ – wie lange sich die Strecken ziehen, wenn man sie statt sonst mit dem Auto nun gehend zurücklegt.

Gegen 14 Uhr ist der Himmel absolut wolkenfrei und ich brenne. Es gibt keinen Schatten im Gewerbegebiet. Nirgendwo. Alles ist weiterhin taub beim Auftreten. Ich bin auch bereit nach Neuss zu kriechen, wenn es sein muss. „Schlangen kriechen nicht, sie gleiten“, denke ich, Disneys Robin Hood zitierend. Ich will ankommen. Egal wie. Ich bin langsam und schwer und klein. Als würde jemand beständig von oben auf mich drücken. Ein riesiger Daumen vermutlich, der mich wie ein Insekt zerquetschen will. Ja, sicher genau so. Ist mir egal. Ich ziehe durch. Nach 16:54 Stunden knacke ich die 70 Kilometer. Verrückt. Weiter als 72.36 Kilometer ging ich noch nie. Ich habe keine Ahnung was noch auf mich zukommt. Ich bin gespannt. Atmen fällt mir schwer, weil die Luft super unangenehm ist. Bestätigt mir auch mein Backup-Autofahrer. Auf der Haut geht es sogar noch mit der Hitze, aber atmen ist schlecht. Das Auftreten spüre ich kaum noch. Alles tot. Links irgendwie matschig. Manchmal spüre ich leicht das rechte Knie, aber kaum erwähnenswert. Eigentlich geht es mir echt gut. Vor allem psychisch. Ich pausiere zum vierten Mal am Auto für rund 40 Minuten bis 15:10 Uhr – im Schatten und erschöpft. Sohlen und Strümpfe gewechselt, Eisgel genutzt, Russisch Brot gegessen. Check. Der Schatten tut gut und ich trinke echt viel. Als ich wieder starte, tut mir das Auftreten allerdings wirklich sehr weh und mir ist trotz Sonne sehr kalt. Ich jammere und leide und suhle mich in meinem Elend. Ich weiß eigentlich kaum noch wie ich auftreten soll. Kein Vergleich zu den 72 Kilometern von letztem Mal. Ich habe keine Ahnung, wie ich es bis zum Ende schaffen soll. Aber ich will und werde. Es kommt der Vorschlag, dass mein Backup-Auto noch neue Sohlen organisiert – andere als Memory Foam. Das finde ich nach kurzem Überlegen gut und beauftrage den Sohlenkauf in Krefeld. Ich dokumentiere: „In meinen Schuhen sind kleine Klumpen aus Knochen und Fleisch. Wenn ich sie ausziehe, fällt alles flatsch auf den Boden.“

Hier überquere ich den Rhein, den ich von da an "nur" noch gerade runter laufen muss, um Neuss zu erreichen.

Hier überquere ich den Rhein, den ich von da an „nur“ noch gerade runter laufen muss, um Neuss zu erreichen.

Gegen 15:30 Uhr erreiche ich das Ortseingangsschild von Krefeld. Da bei solch einem Marsch die körperliche Hälfte ja erst bei rund 70 Kilometern erreicht ist und nicht bei 50, fällt mir ein, dass nun also Halbzeit ist. So hatte ich es vorab bereits berechnet. Ich bin mir nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Ist auch egal. Ich gehe. Und gehe und gehe und gehe. Ich trinke und trinke und trinke auch und brauche ein Bad. Irgendwo frage ich. Geht nicht, man schickt mich weiter. Irgendwo renne ich in ein riesiges Firmengebäude. Drei Frauen starren mich an und ich frage. Nein ist die Antwort. Ich bin sichtlich enttäuscht und gerade als ich mich umdrehe und gehen will, springt eine der Frauen auf: „Ach kommen Sie mal mit!“ Sie rast die Treppe hinauf und ich quäle mich hinterher. Stufe für Stufe, definitiv in Zeitlupe. „Eigentlich haben wir keine Toiletten für Besucher, aber Sie sehen so fertig aus …“ Sie eskortiert mich zum Bad und wartet vor der Tür.

Als ich rauskomme, fragt sie, was ich mache. „Ich bin unterwegs nach Neuss“, sage ich. Sie will wissen, woher ich komme und als ich Dortmund sage, platzt aus ihr heraus: „Dortmund? Um Himmels Willen!“ Ich erkläre, dass ich gestern Abend los gelaufen bin. Sie starrt mich verständnislos an. „Wie, los gelaufen?“ Ich erkläre weiter mein Vorhaben. Ihre Augen werden immer größer. „Ja und wo haben Sie geschlafen?“ Ich betone, dass ich nicht schlief und zeige ihr meine getrackte Strecke. Sage, dass ich jetzt seit 18 Stunden unterwegs bin. Sie versichert sich: „Ja wie? Durchgängig?“ Ich bejahe und füge hinzu, dass ich seit 25 Stunden wach bin. Sie bleibt stehen. „Haben Sie ‘ne Wette verloren??“ Ich lache. Mein kleiner, müder, schwerer Körper schafft es, die Mundwinkel hochzuziehen und zu lachen. Laut. Ich verneine. Sie versteht es nicht. „Es ist mein ganz persönlicher Wahn“, sage ich. Sie wünscht mir alles Gute, ruft ihren Kolleginnen schnell noch zu, was ich mache und öffnet mir die schwere Tür nach draußen. Ich bedanke mich und pilgere weiter. Müde.

Dieses kleine Waldstück bietet mir ein wenig Abkühlung in der Megamarsch-Mittagshitze.

Dieses kleine Waldstück bietet mir ein wenig Abkühlung in der Megamarsch-Mittagshitze.

Um kurz vor 16 Uhr habe ich 73,5 Kilometer überschritten und bin somit noch nie zuvor so weit gegangen. Ich platze vor Stolz. Nach 18:35 Stunden bin ich bei 74 Kilometern und gar nicht mal viel später schon bei 75. Würde ich nur 100 gehen, hätte ich jetzt glatte 75 Prozent. Verrückt. Ich bin müde und entspannt, fast stolz, dass ich solch hoch komplexe Rechnungen noch durchführen kann … Ich bin tiefenentspannt. Stelle mir vor, dass ich mich jetzt und hier einfach im Fluss ersaufen würde, hätte ich noch über 30 Kilometer vor mir. Gehe Schritt für Schritt für Schritt für Schritt. Ich erhalte Nachrichten, dass ich mich auf das Essen am Abend freuen soll und ich lache laut, denn ich sehe mich nach meiner Ankunft nur noch umfallen. Und Handstand machen. Ich dokumentiere, dass ich brav und devot Essen esse, wenn man mir am Backup-Auto welches gibt, viel schweige und mein Kopf recht leer ist. Ich fülle wieder mein Wasser auf.

Um 16:50 Uhr bin ich zum fünften Mal am Backup-Auto und erhalte fast 1,5 Stunden nach meiner Bestellung endlich meine neuen Gelsohlen, die ich noch nie zuvor hatte. Einen kraftraubenden Streit, wieso es so lange gedauert hat, können wir beide noch abwenden. Die Sohlen müssen erst noch zurecht geschnitten werden, wovon ich nicht viel mitbekomme. Sie fühlen sich seltsam an aber irgendwie auch spannend und gut. Anders halt. Also gut. Nach 15 Minuten geht es weiter. Ich kann schon nicht mehr zählen, wie viele Liter ich schon getrunken, äh, gesoffen habe und ständig brauche ich ein Bad. Einem Mann an einem Firmengebäude springe ich vors Auto, als er auf die Straße fahren will und frage, ob es irgendwo ein Bad gibt. Zu meiner Verwunderung sagt er: „Auf dem Parkplatz rechts ist der Haupteingang, einfach reingehen und rechts sind Toiletten.“ Ich starre ihn an und lasse ihn dankend passieren. Trete einfach in ein leeres Bürogebäude ein und sehe schon ein Einsatzkommando hinter den Topfpflanzen auf mich springen und mich zu Boden reißen. Nichts passiert. Ich sehe das Bad, freue mich, wasche Arme und Gesicht mit Seife, da ich mich fühle, wie ein Staubzombie und verlasse mit komplett nasser Kleidung zur Abkühlung und vor allem vollkommen unbemerkt das Gebäude. Verrückt! Die Bürotüren waren teils auf, ich hätte auch einfach alles ausräumen können. Ich hätte es nicht tragen können, aber ich hätte alles ausräumen können. Am besten hätte ich mit einem ledernen Chefsessel begonnen.

Ich trinke und trinke und trinke und klopfe einfach bei allen Unternehmen an, wenn nötig, um nach einer Toilette zu fragen. Dreistigkeit siegt.

Ich trinke und trinke und trinke und klopfe einfach bei allen Unternehmen an, wenn nötig, um nach einer Toilette zu fragen. Dreistigkeit siegt.

20 Stunden sind vergangen und ich habe 78 Kilometer zurückgelegt. Die Sonne knallt und ich trinke und trinke und saufe. Um 17:48 Uhr bin ich bei 80 Kilometern. Die Gelsohlen erweisen sich als maximal scheiße, aber im Grunde ist inzwischen einfach alles nicht mehr geil. Ich bin wieder mehr fit und habe Bock anzukommen. Ich bin super gut drauf und wirklich maximal entspannt. Ich freue mich auf den Moment der Ankunft. Mit 24 Stunden Gesamtzeit rechne ich nicht mehr, es ist mir aber auch egal. Ich freue mich, dass ich bin wo ich bin und mache was ich mache. Ich bin dankbar für allen Support, egal auf welchem Weg. Mir ist klar, dass es ohne Backup-Auto nicht gegangen wäre. Ich hätte allein gar nicht alles tragen können. Um kurz nach 18 Uhr fährt das Backup-Auto übrigens ein Stück mit mir und ich esse durch das Fenster die mich pushenden Linsenchips. Ich freue mich weiterhin. Eine halbe Stunde später gibt es wieder keinerlei Schatten und ich brate und brenne. Erreiche kurz darauf eine Strandbucht, denn ich bin nun direkt am Rhein. Hier gibt’s endlich wieder Schatten. Ich bin maximal langsam und kann kaum noch gehen. Als ich am Rhein ankam, hat mich ein Paar überholt. Vermutlich Mitte 30. Ich sehe sie in der Ferne, sie sind wahnsinnig schnell. Also nicht, aber für mich als kleinen Staubzombie halt schon. Ich setze mir als Ziel, etwas aufzuholen. Als mir das halbwegs gelingt, wandle ich das Ziel um: einholen will ich sie! Als mir das auch halbwegs gelingt, optimiere ich nochmal: ansprechen und mitschleifen lassen. Gesagt, getan.

Fasziniert beobachte ich etliche Containertransporte entlang meiner Megamarsch-Strecke von Dortmund nach Neuss.

Fasziniert beobachte ich etliche Containertransporte entlang meiner Megamarsch-Strecke von Dortmund nach Neuss.

Ich erreiche die beiden mit letzter Kraft und verwickle sie in ein Gespräch. Versuche die Geschwindigkeit mitzuhalten. Abgelenkt gelingt mir das recht gut. Sie sind doch echt schnell. Es tut weh, bei jedem Schritt. Ich ignoriere das. Das muss so sein. Von etwa 18:45 Uhr bis 19:20 Uhr funktioniert das perfekt. Wir reden, sie staunen, wir verstehen uns super und vor allem die Frau kommt nicht umhin, rund zwölfmal zu betonen, wie grandios ist, was ich mache. Ich bin ihnen maximal dankbar, dass sie fähig waren mich gut zu unterhalten und mein Tempo anzuheben. Ich kann es allein nicht mehr ganz so gut halten aber es ist besser als vorher. Es geht mir gut, ich bin glücklich.

Es ist 20:10 Uhr als ich die 90 Kilometer knacke. Noch elf vor mir, ein Witz. Oder nicht? Hm. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt und als ich danach mit einem Bekannten spreche, der Arzt ist, reden wir über das „Runners High“, das laut ihm mit der Wirkung von Morphin vergleichbar ist.

Tatsächlich bin ich so glücklich wie noch nie in meinem Leben zuvor. So! Sehr! Glücklich! Klick um zu Tweeten

Ich strahle durchgehend – scheinbar aber kann ich mich immer noch als Zombie-Darsteller bewerben, denn anders als im echten Leben lächeln die Menschen, die mir begegnen nun nicht zurück, sondern weichen mir bereits in der Ferne weiträumig aus. Hm. Ich bin froh, dass kein Spiegel in Reichweite ist und erfreue mich an meinem Glücksgefühl, das ich gerne für immer bewahren möchte. So entspannt war ich vermutlich auch noch nie. Ich habe das Gefühl, dass mich nichts und niemand aus der Ruhe bringen kann. Alles ist rosa und schön. Gut, nicht rosa, denn dann wäre es für mich nicht schön. Eher grün. Aber so vom Prinzip. Ich platze vor Glück und komme nicht umhin das jedem mitzuteilen. Glück teilt sich seinen Platz übrigens mit Stolz. Zusammen sitzen Glück und Stolz auf meinen Schultern und pilgern Schritt für Schritt mit mir. Da kann ja jetzt nichts mehr schief gehen … denke ich.

Kein Schatten in Sicht: streckenweise verglühe ich beim Megamarsch von Dortmund nach Neuss.

Kein Schatten in Sicht: streckenweise verglühe ich beim Megamarsch von Dortmund nach Neuss.

Das Glück währt nicht lange. Eine Stunde etwa und somit nur wenige Kilometer. Rund 2,5. Um kurz nach 21 Uhr schicke ich etliche Telegram-Heul-Sticker, jammere über Schmerzen der Stufe 8.5, sage, dass ich nicht mehr kann sowie „Ich sterbe gleich“. Ich bin bei 93.5 Kilometern. Ich lasse mich in Zeitlupe auf dem Bordstein einer Tankstelle nieder, an der ich vorher kurz im Bad war. Ich sitze fast vor dem Eingang. Wenn ich meinen linken Schuh nach oben biege, fühlt es sich an, als würde oben drauf eine flüssige Masse hin- und herquatschen. Eine Frau kommt zu mir. Ob es mir gut gehe. Nein, sage ich wahrheitsgemäß. Mein Runners High ist gefühlt eine Ewigkeit vorbei. Ich leide. Immerhin nicht aggressiv. Ob sie mich ins Krankenhaus bringen solle, sie arbeite dort. Ich erzähle ihr, was ich mache. Sie ruft ihren Mann herbei und berichtet ihm davon. Beide starren mich an. Ob ich nicht aufhören wolle, sie können mich ins Krankenhaus bringen. Ich lache müde. Betone, dass ich kurz vor dem Ziel und in wenigen Kilometern da bin. Dass es kein Zurück gibt und erst recht keinen Abbruch. Sie staunen. Betonen nochmal, dass sie es wirklich gut meinen und ich keine Angst haben brauche. Ich bedanke mich für ihre Sorge und ihren Einsatz und versichere, dass ich weiß, was ich mache. Ich schreibe: „Ich kann einfach nicht mehr“, um 21:06. Quäle mich hoch. Schreibe: „Ich geh mal weiter.“ Telefoniere. Nicht mehr dokumentierend. Ich bin zu tot dafür.

An einer Ampel warte ich und ein Mann spricht mich an. Er arbeitet in der Pizzeria an der Ecke und findet, ich sehe fertig aus. Was ich denn mache, ob ich friere. Ja, sage ich. Ich fühle mich elend. Ich erzähle ihm, was ich mache. Er flippt vollkommen aus. Ich zeige ihm die Strecke, während die Ampelphasen dahinziehen. Ein Gast, männlich, etwa Mitte 50, kräftig, sitzt an einem Stehtisch. Sitzt an einem Stehtisch. Hm. Der Kellner wiederholt für ihn lautstark, was ich mache und der Mann mit Glatze, der verschiedene Mafia-Klischees erfüllt, bricht in ein schallendes Gelächter aus. Ich stehe und gaffe. Ist mir egal. Nach einigen Minuten und mehreren nicht angenommenen Anrufen finde ich endlich den Weg über die Ampel. „Viel Glück“, ruft mir der Kellner mehrfach hinterher und ich hebe nochmals dankend meinen Arm. Um 21:50 Uhr wechsle ich ein letztes Mal am Backup-Auto die Schuhe. Nicht, dass das noch was bringen würde. Die neuen Gelsohlen hatte ich übrigens so kaputt gerast mit dem Paar, dass sie nur noch aus Fetzen bestehen. Mein Gott! Ich mache keine großartige Pause, esse nochmal was und ziehe weiter. Gegen 22:22 Uhr habe ich noch rund vier Kilometer vor mir. Ich beschließe mich die letzten 2.5 Kilometer durch die Neusser Hafengegend im Dunkeln vom Backup-Auto eskortieren zu lassen. Ich war hier bereits tagsüber unterwegs und bei meiner Geschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit ist es mir allein hier nicht wohl.

Krefeld: rund 3/4 der Strecke liegen hier hinter mir, womit ich also die körperliche Halbzeit knacke.

Krefeld: rund 3/4 der Strecke liegen hier hinter mir, womit ich also die körperliche Halbzeit knacke.

Es ist 22:52 Uhr und ich bin bei 99 Kilometern. Ich schleppe mich müde voran. Um 23:07 Uhr sind es 100 verdammte Kilometer, die ich zurückgelegt habe. Was für ein Wahnsinn! Ich bin zu müde, um meine Freude zum Ausdruck zu bringen, aber ich platze vor Freude und Stolz. Ernsthaft. Einen Teil der Strecke muss ich noch allein zurücklegen, da ich sonst einen riesigen Umweg gehen müsste. Kurz darauf treffen wir uns wieder. Als ich das Hotel erreiche sind die 101 Kilometer noch nicht ganz voll und ich gehe noch die Extrameile um das Hotel. Nicht mehr alleine.

Die letzten Kilometer fielen mir wahnsinnig leicht, vor allem, da das Hotel schon lange in Sichtweite war. Unglaublich motivierend war das. Um genau 23:20 Uhr stehe ich vor dem Hoteleingang und habe die 101 Kilometer geknackt. Aus dem Radio dröhnt Westernhagen mit „Freiheit“. Geil. Ich checke halbtot ein, während meine Begleitung die Sachen aus dem Auto holt. Der Hotelmitarbeiter mustert mich schockiert und fragt, ob ich erst mal ein großes Glas Wasser haben möchte. Wie könnte ich das ablehnen? Zudem bietet er einen Late-Check-Out an. Der ist gratis – genial. Ich nehme beides dankend an, feiere seine Diskretion bzw. dass er nicht fragt, wieso ich so aussehe, wie ich aussehe und habe aufgrund seines Verhaltens aber nun auch wirklich große Angst vor Spiegeln! Soo schlimm ist es aber gar nicht, finde ich. Ich sah schon schlimmer aus, zum Beispiel, als ich mit 18 mal über 70 Stunden wach war – damals übrigens ohne Koffeintabletten. Um 23:31 Uhr mache ich Handstand im Hotelzimmer. Wie ich dafür noch Kraft habe, werde ich gefragt und antworte unbeeindruckt, dass ich ja wohl nicht mit den Armen gelaufen sei. Keiner hatte mir geglaubt, dass ich nach 101 Kilometern noch einen Freudenhandstand mache. Pech.

Nachdem ich erstmal ankomme und meine Begleitung das Auto umparkt, gehe ich baden. Fühlt sich gut an. Generell fühlt sich alles außer Auftreten aber gut an. Später liege ich auf dem Bett und kann es nicht fassen. 25:49 Stunden und 101 Kilometer. Ich lege die Zahl aus Russisch Brot auf die Bettdecke und grinse mich fast zu Tode. Mein Armband spricht von knapp 4.500 verbrannten Kalorien. Gegen 1:15 Uhr schlafe ich endlich. Stolz und wahnsinnig bequem in einem grandiosen Bett. Liegend sogar ziemlich schmerzfrei. Gegessen habe ich kaum noch was – keiner hatte die Muße, sich noch mit einer Bestellung auseinanderzusetzen oder gar auf diese zu warten.

Keine Menschen, selten ein LKW. Wie in einer Filmkulisse fühle ich mich streckenweise auf meinem Megamarsch. Nur der Weg und ich.

Keine Menschen, selten ein LKW. Wie in einer Filmkulisse fühle ich mich streckenweise auf meinem Megamarsch. Nur der Weg und ich.

Ich schlafe acht Stunden und wache topfit auf, habe Lust zu gehen. Ich weiß, ich darf nicht. Heute ist Schonen angesagt. Erst Sauna in Dortmund, danach eine Massage, dann fett Essen gehen und schlafen. Auftreten rechts ist immer noch nicht so gut, wie an der Tankstelle vermutet ist oben irgendwas geschwollen. Ich bin mir sicher, das kommt vom in Duisburg angelegten Verband, durch den der Schuh zu klein wurde. Es geht vom Schmerz her, ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt. Ich bin super gut drauf. Meine Begleitung leider nicht, was sich irgendwie durch den ganzen Tag zieht … Die Sauna tut mir gut, die Thaimassage, bei der ich zuvor nie war, ist Hölle – die schlechteste meines Lebens. Das Essen ist grandios und nach einem Ausklang des Tages am Rheinufer falle ich gegen 2 Uhr todmüde ins Bett. Am Tag danach wartet die nächste und schon bekannte, exzellente Thaimassage auf mich und ich frage mich, ob sie eigentlich nötig ist. Ich fühle mich fit. Sie tut dennoch gut und ich schone mich den restlichen Tag. Einen weiteren Tag später bin ich wieder rund 15 Kilometer unterwegs und von da an gehe ich normal meinem Leben nach. Ich habe den Lauf sehr gut überstanden. Die Frau bei der letzten Thaimassage fragt mich übrigens, wann ich das nächste Mal so weit gehe. „Nie“, lüge ich …

Nur noch über diese Brücke und schon bald erreiche befinde ich mich parallel zum Rhein und bin somit gefühlt schon fast in Neuss.

Nur noch über diese Brücke und schon bald erreiche befinde ich mich parallel zum Rhein und bin somit gefühlt schon fast in Neuss.

10. Zusammenfassung für Gestresste inkl. Zahlen

Ich war anfangs gut gelaunt und langsam. Mir war kalt in der Nacht. Aber ich hätte auch keine insgesamt wärmeren Temperaturen gewollt. Wärmere Kleidung für nachts wäre aber gut gewesen. Ich freute mich über Sonne am Morgen und fand scheiße, wie unfreundlich alle waren. Aber nur, weil ich extrem viel trank und echt oft ein Bad brauchte. Es hat meine Laune null beeinflusst. Ich habe gemerkt, dass telefonieren nicht geht. Weil es mir den Fokus raubt.

Ich war mega glücklich Duisburg zu erreichen, weil es von da an mental (also auf der Karte) bergab ging. Super gut! Auch die 75 km zu knacken war wahnsinnig gut und motivierend. Dann kam aber auch die langweilige Strecke am Rhein entlang. Und ich war langsam. Sehr. Die Menschen waren nett und ich war in vielen Firmen im Bad. Mit und ohne Escort. Mit vielen staunenden Blicken. Etliche LKW-Fahrer haben scheinbar erstmals ein Mädchen gesehen und ständig gehupt.

Ich sprach zwei Menschen an, die schneller waren als ich, damit sie mich mitziehen. Zu dem Zeitpunkt war ich so langsam, dass ich dachte, ich komme nie mehr an. Sie haben einen mega Job gemacht. Ganze fünf Kilometer. In denen ich die neuen Gelsohlen kaputt raste. Danach stellte ich fest, dass die geplante Route nun doch zu etwa 108 statt 101 Kilometern führen würde und blieb auf der Neuss-Seite, statt über Düsseldorf und den Medienhafen zu gehen. Wie gut!

Rhein-Kreis Neuss: fühlt sich an, als wäre man schon fast am Ziel.

Rhein-Kreis Neuss: fühlt sich an, als wäre man schon fast am Ziel.

Ich hatte ein nie erlebtes Runners High und als diese Wirkung nachließ, die Schmerzen der Hölle beim Auftreten, bald gepaart mit Kälte. Es folgten Sitzen und nicht mehr Wollen auf dem Bordstein einer Tankstelle. Dort gerettet werden wollen von einem Paar. Bald motiviert werden von einem fassungslosen Pizzeria-Mann. Ein sechster und letzter Halt am Auto mit Schuhwechsel.

Die letzten 2.5 Kilometer mit Auto-Escort neben mir, weil es im Dunkeln keine sichere Gegend ist. Dann die extra Runde von 300 fehlenden Metern vor dem Hotel. Bei eigentlich immer noch vollkommener Ausgeglichenheit und keiner Sekunde Wut in all der Zeit und trotz Schlafmangel. Und der Mann an der Rezeption, der mir noch dort ein Wasser ausgab.

Ich war baden und nach acht Stunden im traumhaften Bett wach und fit, hatte rechts Schmerzen beim Auftreten. Alles war da geschwollen. Mein Kopf wollte weitergehen. Weit. Die Thaimassage danach war die schlimmste meines Lebens. Ich ging an dem Tag wenig, aß jede Menge und fiel spät ins Bett. Noch einen Tag später war die Schwellung weg, die nächste Thaimassage exzellent und ich konnte besser auftreten. Die Frau bei der Massage fragte, wann ich das nächste Mal so weit gehe. „Nie“, habe ich gelogen …

Rhein und Strand. So idyllisch könnte es sein, wären da nicht noch die letzten Kilometer bis nach Neuss.

Rhein und Strand. So idyllisch könnte es sein, wären da nicht noch die letzten Kilometer bis nach Neuss.

Mein privater Megamarsch in Zahlen:

  • 101 Kilometer in 25:49 statt geplanten 24 Stunden – eine Wiederholung muss also sein
  • 3180 m Aufstieg
  • 3288 m Abstieg
  • Max. Höhe 147 m
  • Schnellste Runde (=1 km): 11.38 min
  • Langsamste Runde: 24.09 min

Nimmt man alle gegangenen Strecken vom Starttag noch dazu, die ich vor meinem Megamarsch-Start zurücklegte, kommt man auf 104 gegangene Kilometer an den beiden Lauftagen.

Vor und während meiner Tour begegneten mir Schilder bzw. Graffities mit den Aufschriften: „Schritt für Schritt ins Wanderglück“, „Bin unterwegs“, „Don’t forget to live“ und „Anhalten aber nie stehen bleiben“. Ich feierte jedes einzelne davon.

Don't forget to live: an dieser Wand gehe ich nachts bei meinem Megamarsch vorbei.

Don’t forget to live: an dieser Wand gehe ich nachts bei meinem Megamarsch vorbei.

11. Alle Weitwanderstrecken im Vergleich

55 km in 2016: 14 h
55 km in 2018: 14.45 h
72,36 km in 2018: 18 h
72,36 km in 2019: 15.15 h (55 km nach genau 11 h)
101 km in 2019: 25.49 h (55 km nach 11.39 h, 74 km bei 18.35 h – die 72,36 habe ich leider zu stoppen verpasst)

Brücke nach Düsseldorf: glücklicherweise finde ich kurzfristig noch raus, dass meine ursprüngliche Planung zu weit wäre und ich auf dieser Seite die 101 km knacke.

Brücke nach Düsseldorf: glücklicherweise finde ich kurzfristig noch raus, dass meine ursprüngliche Planung zu weit wäre und ich auf dieser Seite die 101 km knacke.

12. Was ich beim nächsten Megamarsch anders machen werde

Ich plane im Sommer 2020 erneut 101 Kilometer zu gehen, um wie ursprünglich geplant einen Wert von unter 24 Stunden zu erreichen. Da ich vorab bereits einige Weitwanderungen gemacht habe, ist meine Lernkurve dank der 101 Kilometer sicher nicht besonders steil und dennoch gibt es ein paar Dinge, die ich anders machen werde.

  • Ich werde im Dunkeln starten. In die Dunkelheit hinein zu laufen macht mich mürbe. Lieber später starten und hoffentlich noch halbwegs im Hellen ankommen.
  • Ich werde wärmere Kleidung für nachts dabeihaben, damit mein Körper nicht mehr so auskühlt. Eine Thermoleggings hätte sich ab Mitternacht definitiv bewährt und ebenso ein warmer Pullover.
  • Ich werde weniger Essen im Rucksack haben und mehr ins Auto auslagern.
  • Ich werde verschiedene Sohlenarten mitnehmen, um mir mehr Abwechslung beim Auftreten zu bieten.
  • Ich werde vor dem Start mindestens sieben Stunden schlafen.
  • Ich werde drei Tage vor dem Megamarsch nichts mehr im Restaurant essen und mich nur auf selbst zubereitete Nahrung verlassen.
  • Ich werde Wanderwege am Fluss meiden, da sie mein Hirn matschig machen und mich langsam werden lassen. Ich brauche Ablenkung bei so langen Strecken.
Nach 101 langen Kilometern endlich die Ankunft im Hotelzimmer in Neuss, nach einem viel zu langen Check-In, dafür aber mit gratis Late-Check-Out.

Nach 101 langen Kilometern endlich die Ankunft im Hotelzimmer in Neuss, nach einem viel zu langen Check-In, dafür aber mit gratis Late-Check-Out.

13. Hilfestellungen für Telefonsupport

Wer alleine eine solche Strecke bewältigen will, sollte als Backup ein paar Menschen haben, die telefonisch erreichbar sind. Manchmal will man einfach reden, schweigen, motiviert werden oder fluchen. Wichtig war mir vorab, dass mich definitiv keiner demotiviert oder gar zum Abbruch ermutigt. Ich habe mir daher gründlich überlegt, was während des Megamarschs gesagt werden darf und was nicht. Solltest du auch einen solchen Marsch planen, dient dir die Auflistung hoffentlich als Inspiration.

Generell gut:

  • Motivieren!
  • Witzige Dinge erzählen.
  • Versuchen, mich gut gelaunt zu halten.
  • Nett bleiben.
  • Schweigen muss auch mal sein.
  • Ans Trinken erinnern!
  • Nach regelmäßigem Snacken fragen – ich muss genug essen.
  • Nach Steinen im Schuh fragen und zum Leeren ermutigen (mache ich nie!).
  • Ans Wechseln von Sohlen und Strümpfen erinnern.
  • Zu Beginn und Ende des Gesprächs nach Schmerzen und Motivation auf der Skala von 1-10 fragen und mir die Werte schicken.

Generell schlecht/verboten:

  • Sätze wie „Dann hör doch einfach auf“ oder „Lass dich doch abholen“, etc. Aufgeben ist keine Option!
  • Daran erinnern, wie es mir nach den letzten 72 km ging.
  • Hörbücher vorschlagen.
  • Super wichtige Dinge erzählen, die ich mir merken soll. Wird vermutlich nicht passieren.
  • Maximales Interesse erwarten. Ich bin sicher schnell in meinem eigenen Elend gefangen.
101 Kilometer gegangen: nach meiner Ankunft im Hotelzimmer spiele ich erst mal mit dem Essen ...

101 Kilometer gegangen: nach meiner Ankunft im Hotelzimmer spiele ich erst mal mit dem Essen …

Bei Wut generell gut:

  • Motivieren!
  • Wut fördern (liefert mir Energie, um durchzuziehen!). Die nächste Stufe wäre sonst Trauer und da will keiner hin, denn die verläuft langsam.
  • Verbleibende Strecke klein reden.
  • „Wieso mach ich die Scheiße eigentlich?“ ignorieren oder beantworten mit: „Jeder hat seine Aufgabe“ oder „Weil Du es ertragen kannst“.
  • Wütende Dinge sagen.

Bei Trauer gut:

  • Motivieren.
  • Zurück in Wut umlenken. Zu happy finde ich ab hier sonst eh nicht mehr zurück.
  • Unbedingt verhindern, dass ich mich auf den Boden setze – ich komme dann nicht mehr hoch!
  • An die extra zusammengestellte Wut-Playlist erinnern.

Bei Müdigkeit gut:

  • An Essen und Trinken erinnern. Kleine Mengen.
  • An Koffeintabletten erinnern. Maximal zwei sind mit ausreichend Abstand erlaubt. Entspricht acht Tassen Kaffee.
  • Traubenzucker ist erst ab 90 km erlaubt. Vorher nicht vorschlagen. Zucker lähmt mich irgendwie.
  • Nach Umgebung fragen. Wo bin ich, was sehe ich, wie die Strecke vor mir weiter verläuft. Ablenken vom Gehen selbst.
Fit aufwachen am Tag nach dem Megamarsch mit diesem fantastischen Ausblick auf Düsseldorfs Skyline.

Fit aufwachen am Tag nach dem Megamarsch mit diesem fantastischen Ausblick auf Düsseldorfs Skyline.

Bei Schmerzen gut:

  • Schmerzskala abfragen und Antwort dokumentieren. 7, 8 und 9 sind als kritisch anzusehen, da ich selten etwas über 6 nennen würde.
  • Bei Werten ab 7 nicht nervend aber mit Nachdruck daran erinnern, dass ich keinesfalls bleibende Schäden haben will und mein Ego damit langfristig weniger klar kommen wird als mit einem Abbruch.
  • Bei einer 9 zum Abbruch ermutigen, außer es sind noch weniger als zehn Kilometer! Sonst vorsichtig formulieren, dass auch ein Abbruch möglich ist.
  • Bedenken, dass ich dazu neige, Schmerz auszublenden und an die Folgen des ersten Jakobswegs erinnern.
  • Möglichkeiten aufführen, den Schmerz zu lindern. Kühlen, Sohlen wechseln, sehr kurze Pause, etc.
  • Bei Schulterproblemen prüfen, ob eine kurze Massage am Backup-Auto möglich ist.
  • Bei einer Distanz zum Ziel von weniger als 15 km daran erinnern, dass diese Entfernung sonst Alltag ist und nicht mal als Workout zählt.
  • Daran erinnern, dass es normal ist, dass man das Auftreten ab 50 Kilometer spürt.
  • Wenn es seitlich an den Beinen zieht, liegt das vermutlich an einer Fehlhaltung. Ermutigen, bewusster zu gehen.
  • An die Massagen erinnern, die bald folgen.

Bei Schmerzen schlecht/verboten:

  • Zum Abbruch ermutigen, wenn der Wert unter 9 liegt.
  • Schmerzmittel vorschlagen. Damit spüre ich den Schmerz nicht und laufe mir alles kaputt.
  • Den Schmerz klein reden.
  • An das Hotel zum Ausruhen erinnern.
  • Daran erinnern, dass bei 101 km erst bei 70 etwa Halbzeit ist.
  • Sätze wie „Dann hör doch einfach auf“ oder „Lass dich doch abholen“. Wenn ich schmerzbedingt abbreche, muss es komplett meine Entscheidung sein.
Feier-Essen am Tag nach dem Megamarsch in Essen. Mein Körper dankt es mir - ebenso wie die Wellnessstunden in Dortmund.

Feier-Essen am Tag nach dem Megamarsch in Essen. Mein Körper dankt es mir – ebenso wie die Wellnessstunden in Dortmund.

Was auf der One-oh-One geschieht, bleibt auf der One-oh-One!

Auch wenn mich jeder Supporter gut kennt, gibt es bei solchen Distanzen vermutlich meist neue Seiten zu entdecken, auf die keiner gefasst war. Das ist normal, denn es handelt sich um eine Ausnahmesituation mit einer enormen physischen und psychischen Belastung. Neben guter wird es auch schlechte Laune geben und es ist umso wichtiger, mich an das Positive zu erinnern und zu pushen. Ziele stecken, motivieren, unterhalten – das sind die wichtigsten Aufgaben des Supporters, wenn wirklich mal kaum noch was geht.

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101 Kilometer von Dortmund nach Neuss: Alles rund um meinen Megamarsch.

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Es sind 19 Kommentare vorhanden Kommentieren

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  3. Ein Fan /

    Du bist einfach eine Maschine! Da ist noch viel mehr drin! Hau rein!!!

    1. Claire / Post Author

      Ich danke dir! :) Mal schauen wie’s wird. Kann das gerade noch nicht einschätzen.

  4. S. /

    Wahnsinn! Glückwunsch nochmal und viel Spaß im Juni!

    1. Claire / Post Author

      Danke! :)

  5. Yannick /

    ……. Dein Sportpensum ist für mich wie von einer anderen Welt. Vor allem was ich in den letzten Monaten mitbekommen habe. Von meiner Seite aus auch hier nochmal in aller Öffentlichkeit den größten Respekt. Mein Vorredner hat recht, du bist einfach eine Maschine. Keep going!

    Wann gehst du die 250 km an zwei Tagen? Und wann folgt der Iron Man?

    1. Claire / Post Author

      Bester Avatar! :D

      Ich danke Dir für die netten Worte – auch wenn ich mir sicher bin, Du könntest die 101 viel schneller gehen, als ich! :)

      Ja, ich weiß, ich dachte auch schon über so eine Tour nach. Aktuell hatte ich überlegt, am Tag nach den 101 nochmal weiter nach Köln zu gehen, das wären dann noch rund 40 je nach Strecke. Aber eigentlich weiß ich nicht, ob ich das kann. Iron Man … muss noch warten. Mit anderer Studio-Situation hätte ich 2020 in jedem Fall diese Kurzdistanz gemacht mit 1,5-40-10. Aber so … weiß ich nicht. Mal abwarten, was das Jahr noch bringt. Ich halt‘ Dich auf dem Laufenden. :)

  6. Erwin /

    Alles, alles Gute! Bin so stolz auf Dich !

    1. Claire / Post Author

      Danke! :)

  7. Erwin /

    Der Bericht ist auch total krass, vielleicht noch mehr als der Lauf…!

    1. Claire / Post Author

      :D Ja das mag sein. Hatte jetzt oft das Feedback bekommen, dass der Text sich sehr gut lesen lässt. :)

  8. N. /

    Viel Spaß auf der neuen Tour und danke für’s Teilhaben lassen beim letzten Mal! Wie immer ein Fest!

    1. Claire / Post Author

      Danke und gerne. :)

  9. :* /

    You go girl!!!!!!

    1. Claire / Post Author

      Mach ich :D

  10. Erwin /

    Das ist alles surreal – wenn ich nicht wuesste, das es Dich gibt ! fille d’acier!

    1. Claire / Post Author

      Aber das weißt Du ja :D

  11. Kerstin /

    Wow! Ist das möglich?? ich bin überrascht

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