7 Tipps: Bei Kälte erholsam im Auto schlafen

Wie sehr ich es liebe, im Auto zu schlafen, habe ich bereits geschrieben. Da ich bei dieser Aussage immer verständnislos angestarrt werde, folgen hier meine sieben Tipps für fantastische Nächte im Auto, die sich vor allem bei Kälte bewährt haben.

Im Auto schlafen: nur so kann man spontan an traumhaften Orten schlafen und morgens den Ausblick genießen.

Im Auto schlafen: nur so kann man spontan an traumhaften Orten schlafen und morgens den Ausblick genießen.

Früher schlief ich fast immer an Raststätten, muss aber sagen, dass ich das heute nicht mehr gerne mache. Vor allem, da ich es nicht einsehe, 70 Cent für die Nutzung eines Bades zu bezahlen. Meist parke ich in Gewerbegebieten, in der Nähe von großen Möbelhäusern und manchmal auch am Meer oder im Wald. Parkplätze die zu Wanderwegen führen sind vor allem unter der Woche schlecht besucht und bieten jede Menge Ruhe.

Generell gilt vor allem für Frauen, die alleine im Auto schlafen: die Umgebung prüfen und einen möglichst sicheren Standort wählen. Das Fenster wirklich nur minimal öffnen. Wenn man doch mal dort schlafen muss, wo man sich wenig sicher fühlt: lieber Wecker stellen, kürzer schlafen und das Fenster zu lassen. Auto abschließen sollte selbstverständlich sein – ich prüfe das immer zweimal. Den Schlüssel habe ich griffbereit liegen, ebenso wie einen Schraubenzieher oder etwas Ähnliches, das ich zur Not nutzen kann.

Kissen und Schlafbrille sind immer korrekt in der Bettdecke platziert, bevor diese für den Transport gerollt wird.

Kissen und Schlafbrille sind immer korrekt in der Bettdecke platziert, bevor diese für den Transport gerollt wird.

Insgesamt hatte ich aber in all den Jahren, die ich oft und gerne im Auto schlafe, noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Erstmals in diesem Jahr kam ein Mann, der auf einem abgelegenen Parkplatz während meines Aufräumens morgens höflich fragte, ob er mir helfen könne, falls ich ein Problem mit dem Auto hätte. Als ich verneinte, fragte er, ob ich noch an „Spaß haben“ interessiert sei und als ich vollkommen irritiert auch das verneinte, verabschiedete er sich freundlich, wünschte mir einen schönen Tag und fuhr wieder.

Ich persönlich möchte das Schlafen im Auto unter keinen Umständen missen. Nirgendwo bin ich so frei, niemals kann ich so spontan sein, wie wenn ich meine Decke ausrolle und mich hinlege. Ich sehe die traumhaftesten Orte, muss mir keine Gedanken machen, wo ich unterkomme und liebe es, so frei und flexibel unterwegs zu sein. Wer es noch nie getestet hat, dem lege ich es ans Herz, es mindestens einmal auszuprobieren. Viel Spaß dabei!

Mein Schlafplatz bzw. Ausblick beim Roadtrip auf Gran Canaria.

Mein Schlafplatz bzw. Ausblick beim Roadtrip auf Gran Canaria.

1. Die beste Schlafposition finden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, im Auto zu schlafen. Sofern das Auto groß genug ist, zum Beispiel gut in einem (Kompakt)-SUV möglich, klappe ich gerne das größere Drittel der Rückbank um und schlafe dann mit dem Oberkörper auf der Rückbank und mit den Beinen im Kofferraum.

In kleineren Autos klappe ich den Beifahrersitz nach hinten und schlafe dort. In dem Fall habe ich ein Kissen der Größe 40 x 80 cm unter der Decke, welches den Höhenunterschied von der Sitzfläche zur Rückenlehne ausgleicht und für eine nahezu ebene Fläche sorgt. Wer genug Platz hat, kann den Platz zwischen den beiden Sitzen mit einem Seitenschläferkissen polstern. Inzwischen lege ich noch ein großes Couchkissen auf die Rückbank neben der Decke, damit es als Erhöhung dient und ich mit dem Kopf auch weiter vom Sitz weg zur Mitte rutschen kann.

Die dritte Variante ist, mit z. B. großen Kissen den Raum hinter den Rücksitzen auszufüllen, den Beifahrersitz für mehr Beinfreiheit nach vorne zu klappen und auf der Rückbank zu schlafen.

2. Die richtige Bettdecke nutzen

Extra fürs im Auto Schlafen habe ich ein sehr schweres Sommer-Winter-Federbett mit Druckknöpfen, das 220 x 240 cm groß ist. In einem gelb-blauen Möbelhaus hat mich diese Decke rund 170 Euro gekostet und ist jeden Cent wert. Sie wird wie ein Taco gefaltet und mit der geschlossenen Seite zur Autowand gelegt, damit dort die Kälte abgefangen wird.

Wer auf der Rückbank schlafen will, kann die offene Seite zu den Vordersitzen hin legen, um mehr Beinfreiheit zu haben. Aber Achtung: so dringt mehr Kälte ein, also lieber eine große Decke nutzen und die offene Seite zur Sitzlehne legen.

Generell empfiehlt es sich, einen günstigen Bettbezug zu kaufen, da dieser im Auto und beim Transport schnell schmutziger werden kann, als einer, der nur zu Hause genutzt wird. Gute bzw. teure Bezüge nutze ich grundsätzlich nicht im Auto. Für extrem kalte Tage eignet sich ein Bezug aus Biber oder Flanell, damit es nicht nur gemütlicher, sondern auch wärmer wird.

Schlafen auf der Rückbank: eine von drei Möglichkeiten, die Nacht im Auto zu verbringen.

Schlafen auf der Rückbank: eine von drei Möglichkeiten, die Nacht im Auto zu verbringen.

3. Fenster zum Schlafen öffnen

Beim Schlafen sollte mindestens ein Autofenster geöffnet sein, damit man nicht erstickt. Der Sommer eignet sich somit gar nicht, um im Auto zu schlafen, da man in einem aufgeheizten Auto die Fenster komplett geöffnet haben müsste, um die Hitze zu ertragen. Sicherheitstechnisch ist das ein No-Go und somit rate ich dazu, vor allem während kälterer Monate im Auto zu schlafen.

4. Tasche mit Schlafausstattung mitnehmen

Ich habe immer eine extra Tasche mit Schlafausstattung im Auto: für Herbst und Winter also eine Thermoleggins oder Jogginghose, ein T-Shirt, ein Rollkragen-Langarmshirt sowie extra lange Thermostrümpfe. Außerdem enthalten: Zahnbürste, Zahnpasta, eine Flasche Wasser und Deo. Falls ich es für nötig halte, habe ich meist zwei Kissenbezüge und ein weiteres Kissen im Auto, womit ich die Fenster verhängen bzw. die Ablage im Kofferraum zustellen kann. Das schützt nicht nur vor Licht, sondern auch vor neugierigen Blicken.

5. Decke tagsüber schlafbereit rollen

In meinem Taco, wie ich meine Decke liebevoll nenne, ist stets an der richtigen Stelle mein Kopfkissen platziert, darunter für alle Fälle eine Schlafbrille, denn teilweise ist die Beleuchtung auf Rastplätzen wirklich sehr grell. Wenn die Decke nicht benötigt wird, klappe ich sie von der offenen Seite aus zu einem Drittel zu und rolle sie von oben nach unten zusammen. Einen blauen Sack für den Transport habe ich ebenfalls immer dabei.

Eine gerollte Bettdecke verhindert, dass man seinen Kopf auf schmutzige Bereiche legen muss und spart tagsüber Platz.

Eine gerollte Bettdecke verhindert, dass man seinen Kopf auf schmutzige Bereiche legen muss und spart tagsüber Platz.

6. Wärme erzeugen und erhalten

Bevor ich meinen Schlafplatz aufsuche, wird das Auto natürlich noch mal ordentlich aufgeheizt. Für den Bodenraum beim Schlafen auf dem Beifahrersitz habe ich eine Hunde-Thermodecke für zehn Euro gekauft, die dafür sorgt, dass es dort sehr warm ist und man sich problemlos ausstrecken kann. Ohne diese Lösung wäre das vor Kälte im Winter kaum erträglich.

Vor dem Schlafen lege ich die Kleidung für den kommenden Tag bereits ordentlich unter die Bettdecke, damit sie morgens warm statt tiefgefroren ist. Wenn ich abends erst losfahre und weiß, dass ich im Auto schlafen werde, nehme ich gerne eine Wärmflasche mit, die ich direkt in die Bettdecke lege und die dann meist noch bis zum nächsten Mittag für Wärme sorgt.

Technik wie Kamera und Smartphone lege ich übrigens mit in die Decke, jedoch ziemlich nah an den Rand. Das schont die Akkus, die Kälte ja nicht sonderlich gut vertragen.

Ein Parkplatz ohne Beleuchtung, auf dem man in Ruhe im Auto schlafen kann.

Ein Parkplatz ohne Beleuchtung, auf dem man in Ruhe im Auto schlafen kann.

7. Essen gekühlt transportieren

Essen wird grundsätzlich im Kofferraum aufbewahrt, so nah an der Außenwand, wie möglich. Dort ist es im Winter ähnlich wie im Kühlschrank und ermöglicht nahezu problemlos jegliche Nahrung zu transportieren. Im Sommer hingegen ist das nicht möglich – wieder ein Grund gegen das Schlafen im Auto, wenn es warm ist.

Es sind 2 Kommentare vorhanden Kommentieren

  1. Nicole /

    Huhu. Ich werde heute auch das 1. Mal wirklich eine komplette Nacht im Auto verbringen und bin schon echt gespannt. Dein Beitrag war mir bei der Vorbereitung echt eine super Hilfe. Vielen Dank & mach unbedingt weiter so! :)

    1. Claire / Post Author

      Hallo Nicole,

      freut mich wirklich riesig, dass mein Beitrag Dir helfen konnte! Schön zu lesen, dass noch andere Menschen im Auto schlafen. Mich würde wirklich sehr interessieren, wie die Nacht für Dich war – falls Du Zeit hast, verrat’s mir gerne mal.

      Ich hatte jetzt auf Gran Canaria übrigens in einem Auto mit super unbequemen Sitzen geschlafen. Decke und Kissen hatte ich vorher noch schnell auf der Insel für 13 Euro insgesamt gekauft. War aufgrund der Ausblicke trotzdem genial.

      Eine gute und erholsame erste Nacht im Auto wünsche ich Dir!

      Gruß, Claire

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