Knallhart getestet: Die Virtual-Reality-Achterbahn The Demon in Tivoli Gardens, Kopenhagen

Dæmonen oder auch The Demon heißt die 2004 eröffnete, 564 Meter lange und bodenlose Stahlachterbahn im Freizeitpark Tivoli Gardens, mitten in Kopenhagens Innenstadt, gegenüber des Hauptbahnhofs. Die Fahrtzeit beträgt 1:46 Minuten, die maximale Geschwindigkeit liegt bei 77 km/h. Soweit so gut, was ist also das Besondere? Ganz einach: Dieses Erlebnis mit den drei Inversionen namens Looping, Immelmann und Zero-g-Roll kannst Du seit dem 6. April 2017 nicht nur mit Blick über Kopenhagen genießen, sondern auch in China. Wie das geht? Mit einer Virtual-Reality-Brille „Samsung Gear VR“. Ich durfte den von Mazda gesponserten Ride ausgiebig mit und ohne VR-Brille testen und danke Tivoli herzlich für die Einladung! Ob es sich gelohnt hat? Oh mein Gott, was für ein Vorgeschmack auf die Zukunft! Also ja, mehr als das …

Erste Auffahrt der Achterbahn The Demon in Tivoli Kopenhagen. Wer Virtual Reality wählt, sieht nichts von der roten Achterbahn.

Erste Auffahrt der Achterbahn The Demon in Tivoli Kopenhagen. Wer Virtual Reality wählt, sieht nichts von der roten Achterbahn.

Unten wie immer die Zusammenfassung für Gestresste. Ich teste die Achterbahn direkt morgens, zunächst normal, also ohne Virtual Reality. Ich möchte erst einmal ein Gefühl für die Strecke bekommen und vor allem den direkten Vergleich haben. Optisch hätte ich ihr das nicht gegeben, aber insbesondere im Vergleich zu den übrigens Achterbahnen, die ich dieses Jahr bereits fuhr, ist The Demon unfassbar „smooth“. Das ist zumindest das erste Wort, das mir während der Fahrt einfällt. Mein Kopf knallt nicht gegen die Seiten (MP Express, Movie Park, Bottrop) und schmerzt auch nicht aufgrund der Schienen (Rock ’n‘ Roller Coaster, Walt Disney Studios Park, Paris). Es fühlt sich sogar fast so soft an, wie „Star Trek: Operation Enterprise“, der für mich vom Fahrgefühl her angenehmste Coaster den ich 2017 fuhr.

Blick von oben auf die Virtual-Reality-Achterbahn "The Demon" in Tivoli, Kopenhagen, fotografiert aus "Fatamorgana".

Blick von oben auf die Virtual-Reality-Achterbahn „The Demon“ in Tivoli, Kopenhagen, fotografiert aus „Fatamorgana“.

Da früh morgens noch nicht viel Betrieb ist, bleibe ich direkt in der Achterbahn, um die Fahrt mit der VR-Brille zu testen. Sitzen bleiben kann ich allerdings nicht, denn nur zwei Reihen und somit acht Plätze sind für VR-Rides vorgesehen. Ich setze mich also in die dritte Reihe um und ziehe den Schulterbügel über mich, schnalle ihn mit dem Gurt zusätzlich fest. Einer der Mitarbeiter kommt mit der riesigen VR-Brille. Er erklärt mir, dass ich in der Mitte die Schärfe und an der Seite die Lautstärke einstellen kann und das Bild ein wenig pixelig sei. Er setzt die schwere Brille auf und zieht sie am Hinterkopf fest. Fast etwas zu fest, aber es geht noch. Meine erste und einzige VR-Erfahrung bis zu diesem Besuch war NeuroGen in Walibi Holland im Oktober, was ich als sehr langweilig und gar nicht mal so innovativ empfand.

Die Warteschlange der Achterbahn splittet sich leider erst sehr weit oben in Virtual Reality oder The Demon Classic.

Die Warteschlange der Achterbahn splittet sich leider erst sehr weit oben in Virtual Reality oder The Demon Classic.

Wenn ich also mit der Brille auf nach unten sehe, sehe ich mich. Ich bin wohl ein kleiner Junge, dessen Arme auf den Beinen ruhen und der inmitten von Feuerwerksraketen sitzt. Ich befinde mich irgendwo in China und kann meinen Kopf drehen, soweit die Kopfstützen an der Seite es zulassen. Die VR-Brille ist über ein Kabel übrigens nochmal am Sitz festgehakt – für alle Fälle. Ich habe jetzt schon vergessen, dass ich in einer Achterbahn sitze und sehe mich gespannt um. Die goldene Glocke ertönt, die von einem Mitarbeiter vor der Abfahrt geläutet wird. Es geht los. Die Tore öffnen sich und wir werden an einem Lift über ein Seil hochgezogen, hinaus in eine schwarz-weiße Berglandschaft. Ich kann mich gar nicht so viel umsehen, wie ich will, versuche alles aufzunehmen. Ein schwarzes Monster oder was auch immer es darstellen soll, sitzt auf dem Berg, zerfetzt das Seil, wir stürzen ab. Fliegen mit einem roten Drachen zusammen durch die beeindruckende Landschaft. Ich habe es von Anfang an nicht als schwerwiegend oder störend wahrgenommen, aber spätestens jetzt sind die Pixel egal und ich bin voll in der Story. Es ist fantastisch!

Die Sitze der Virtual-Reality-Achterbahn "The Demon" in Tivoli, Kopenhagen.

Die Sitze der Virtual-Reality-Achterbahn „The Demon“ in Tivoli, Kopenhagen.

Am Ende der Fahrt sehe ich nach unten. Meine Raketen zünden, vorne ist ein Feuerwerk, das Monster ist verschreckt, besiegt oder was auch immer das Ziel war. Ich fahre auf ein riesiges Fest zu, alles ist bunt, die Musik sorgt dafür, dass sich mein festgeschnallter Körper bewegen will. Alles ist spannend. Etwas bewegt sich, es ist der Mitarbeiter, der mir die Brille abnimmt. Ich grinse über das ganze Gesicht, bin vollkommen begeistert. Ich verstehe, dass das alles noch viel besser geht und die Technik, die übrigens in Deutschland entwickelt wurde, noch ganz am Anfang steht. Ich sehe aber alle Achterbahnen mit VR-Brillen ausgestattet – nicht nur die, sondern alle Attraktionen in Parks. Ich denke nicht über die Hygiene nach und wer die Brille vor mir schon ans Gesicht gepresst hatte, denn das würde mir allen Spaß nehmen. Ich stehe und grinse. Ich schicke jedem der es nicht hören will Nachrichten, wie sehr ich VR-Achterbahnen liebe und nie mehr was anderes machen will. Ich stehe und staune. Und grinse. Noch mehrmals fahre ich die VR-Variante der Achterbahn, um noch mehr zu sehen, was ich vorher vielleicht verpasst habe. Es ist wirklich schade, dass die Fahrt so kurz ist – ich wünschte, sie würde viele Minuten dauern und mich vollends in eine andere Welt mitreißen.

Der Eingang zur Virtual-Reality-Achterbahn "The Demon" in Tivoli, Kopenhagen.

Der Eingang zur Virtual-Reality-Achterbahn „The Demon“ in Tivoli, Kopenhagen.

Ziemlich blöd gemacht bei einer langen Warteschlange ist, dass sie sich erst kurz vor dem Einstieg in zwei aufsplittet: links Virtual Reality, rechts normale Achterbahnfahrt ohne Brille. Abends habe ich also jede Person vor mir gefragt, ob sie plant den VR-Ride zu machen oder nicht. Somit konnte ich zwar rund 50 Personen überspringen, denn im normalen Parkticket ist nur die normale Fahrt inkludiert und nur wenige zahlen die rund 3,30 Euro extra für das Virtual-Reality-Erlebnis, nervig war es aber dennoch.

Weihnachten in Tivoli Kopenhagen und im Hintergrund die Virtual-Reality-Achterbahn "Dæmonen".

Weihnachten in Tivoli Kopenhagen und im Hintergrund die Virtual-Reality-Achterbahn „Dæmonen“.

Zusammenfassung für Gestresste: Ja, ich würde immer dazu raten für Virtual Reality mehr zu zahlen und die Achterbahn nicht normal zu fahren. Vor allem, wer bislang nicht die Gelegenheit hatte, eine der weltweit aktuell rund 40 vorhandenen VR-Rides zu testen, sollte die Möglichkeit beim Besuch in Kopenhagen wahrnehmen. Ich hatte etwas (unbegründete) Angst, die Brille könnte doch vom Kopf rutschen und hielt sie zweimal seitlich fest. Das ist nicht nötig, solange sie richtig sitzt und nimmt etwas Spaß – also lieber auf die Halterung vertrauen. Wenn man sich während der Fahrt umsieht, schlägt man schnell mit der Brille gegen die Kopfstützen – das ist auch noch nicht ganz ideal, aber soweit ok. Wer die Virtual-Reality-Variante fahren will und eine lange Warteschlange sieht, sollte nach oben schauen und prüfen, ob dort die linke Seite der Treppe leer ist – falls ja, durchfragen und alle überspringen, die normal fahren wollen, denn nur links steht man für VR an. Und nicht vergessen: diese Variante muss unten bereits zugekauft werden. Mehr Infos findest Du auf der offiziellen Webseite. Danke nochmals an Tivoli Gardens für die Einladung!

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