Lohnt sich der Freizeitpark Tivoli Gardens in Kopenhagen?

Im Sommer 2018 war ich wieder in Kopenhagen. Rund 24 Stunden verbachte ich in der dänischen Hauptstadt und freute mich über die erneute Einladung von Tivoli Gardens, dem Freizeitpark mitten in der Stadt bzw. gegenüber des Hauptbahnhofs. In diesem Sommer feiert der Park seinen 175. Geburtstag, womit er einer der ältesten Freizeitparks der Welt ist. Derzeit ist Tivoli der fünft meistbesuchte Themenpark in Europa. Ich besuchte Tivoli an einem Montagabend etwa von 20 bis 23:30 Uhr sowie am nächsten Vormittag ab Öffnung für einige Stunden. Grund für die Aufteilung war vor allem, dass ich die Lichtershow am Abend auf dem See sehen wollte. Ob ein Tag reicht, um Tivoli Gardens zu besuchen, ob sich der Besuch überhaupt lohnt und was ich alles gemacht habe, verrate ich Dir in diesem Bericht. Wenn Dir meine Beiträge gefallen, folge mir hier, auf Instagram, auf Youtube, auf Twitter oder über Telegram.

Bunt beleuchtete Abendstimmung in Tivoli, Kopenhagen.

Bunt beleuchtete Abendstimmung in Tivoli, Kopenhagen.

Der Abend in Kopenhagen war trocken aber stark bewölkt, der Wind ziemlich frisch und später kalt. Wenn man deutsche Temperaturen gewohnt war, fror man. Für Kopenhagen denke ich, war es ein durchschnittlich warmer Sommertag. Umso erfreuter war ich, dass es in Tivoli recht leer war. Die Wartezeiten der Attraktionen lagen bei meist unter zehn Minuten, oft konnte man direkt rein – insbesondere, je später es wurde. Zwei Bekannte, die aus Kopenhagen kommen bzw. dort einige Jahre lebten, haben mir im Voraus bereits berichtet, dass vor allem viele Einheimische über Jahreskarten für den Park verfügen, da man dort auch gerne Essen ginge und es Events wie Konzerte gibt. Generell eignet sich der Park aufgrund seiner Grünanlagen aber auch einfach, um der lauten Stadt zu entfliehen.

Eine der vielen Grünanlagen in Tivoli, Kopenhagen.

Eine der vielen Grünanlagen in Tivoli, Kopenhagen.

Bevor ich mich entscheide, eine der Attraktionen zu testen, schlendere ich durch den Park. Tivoli entführt einen wirklich in eine andere Welt oder zumindest dorthin, wo man vom lauten Kopenhagen nichts mitbekommt. Es ist, als wäre man weit außerhalb in einer grünen, schön angelegten Oase, die zwar von bunter Technik durchzogen, dadurch aber nicht weniger schön ist. Auf dem großen Platz vor der Bühne stehen Liegestühle in denen kleine Gruppen von Menschen entspannen, lachen, sich unterhalten. Ich werde von Waffelduft zu einem Fensterverkauf angezogen und entdecke etwas viel Besseres: Lakritz- und Salzkaramell-Eis. Eine Kugel kostet umgerechnet über zwei Euro – teuer, aber doch noch einigermaßen im Rahmen, wenn ich bedenke, dass so Preise auch teils in deutschen Eisdielen außerhalb von Freizeitparks üblich sind.

Die Bühne und ein Springbrunnen in Tivoli, Kopenhagen.

Die Bühne und ein Springbrunnen in Tivoli, Kopenhagen.

Gefahrene Attraktionen in Tivoli, Kopenhagen

The Demon (Daemonen): Am meisten freue ich mich, erneut The Demon mit Virtual-Reality-Brille fahren zu dürfen! Schon die ganze Woche freue ich mich darauf. Diese Fahrt hat mich im Dezember 2017 nachhaltig beeindruckt und ständig berichte ich jedem ungefragt davon. Entsprechend ist diese Fahrt auch meine erste Amtshandlung nach dem Eis. Ich erinnere mich, dass ich letztes Mal immer Angst hatte, dass die Brille nicht fest sitzt und wegrutscht. Was nie passiert ist. Dieses Mal hingegen wird sie fest zugezogen und bereits recht schnell nach dem ersten Drop lockert sie sich. Sie schlägt mir unangenehm gegen die Nase, weshalb ich versuche sie festzuhalten. Was mit den Händen dann unangenehm ist, die gegen die Seiten schlagen. Ich fahre The Demon am nächsten Tag nochmal, um sicher zu gehen, ob es sich um einen Einzelfall handelte: aber leider lockert sich die Brille wieder während der Fahrt, sodass ich sie halten muss. Obwohl ich extra noch gesagt hatte, sie solle bitte noch fester zugezogen werden. Ich tippe darauf, dass die Halterungen erneuert werden müssen. So macht es leider nur noch bedingt Spaß … Während des ersten Drops wird ein Foto gemacht. Hier geht’s zum ausführlichen Bericht über The Demon.

Eingang zur Virtual-Reality-Achterbahn "The Demon" in Tivoli, Kopenhagen.

Eingang zur Virtual-Reality-Achterbahn „The Demon“ in Tivoli, Kopenhagen.

  • The Ferris Wheel (Ballongyngen): Das Riesenrad ist klein, steht aber erhöht. Die Gondeln schmücken große Ballons, man fährt also mit einem Heißluftballon und hat einen guten Blick über den Park und auf Kopenhagen. Die Fahrtzeit ist ausreichend lang.
  • Fatamorgana: Dieser Ride bietet unten einen Autoscooter für Kinder ab 5 Jahren. Darüber befinden sich zwei Attraktionen in einer: in nach Tieren gestalteten Gondeln kann man zu zweit Platz nehmen und drehend in bis zu 45 Meter Höhe einen fantastischen Ausblick über Kopenhagen genießen. Wenn man es denn genießen kann – ich habe hier fast meine seit Jahren bekämpfte Höhenangst wiederbelebt und war heilfroh, als es vorbei war. Der angeblich wildere Ride, für mich aber wesentlich angenehmer, war einer der im Kreis angeordneten Sitze, bei dem man auf derselben Höhe wie in den Gondeln 2,5 g erleben darf. Der Körper wird also mit der 2,5-fachen Erdbeschleunigung in den Sitz gepresst bzw. mit dem 2,5-fachen Gewicht belastet. Wer eigentlich 80 kg wiegt, wiegt für den Moment 360 kg.
  • The Mine (Minen): Ein eigentlich ziemlich witziges Schießspiel im Wasser, bei dem man leuchtende Punkte per Licht abschießen muss. Ein Wagen mit vier Personen bedeutet vier Konkurrenten mit unterschiedlichen Farben, in die ein getroffener Punkt getaucht wird. Das macht nochmal mehr Spaß, da immer nur einer der Schnellste sein kann. Am Ende gibt es Bestenlisten und Achtung: während der Fahrt, bei einem kleinen Fall, wird ein Foto gemacht. Ich bin übrigens nicht nass geworden, also ist die Fahrt auch bei schlechtem Wetter gut machbar.
Bunte Toiletten im Freizeitpark Tivoli in Kopenhagen.

Bunte Toiletten im Freizeitpark Tivoli in Kopenhagen.

  • The Monsoon (Monsunen): 12 Meter geht es hier hinauf. Und wieder runter. Und wieder rauf. Mal mit Überschlag (wobei man immer in normaler Sitzposition bleibt), mal wieder zurückfallend. Sah unspektakulär, fast langweilig aus, war es aber definitiv nicht. Verrückt, wie die Kräfte auf den Körper wirken. Sehr tolle Attraktion in Tivoli!
  • The Flying Trunk (Den Flyvende Kuffert): Hans Christian Andersen ist der bekannteste Dichter und Schriftsteller Dänemarks, der den Großteil seines Lebens in Kopenhagen verbrachte, wo er auch starb. 156 Märchen verfasste er. 32 wundervoll gestaltete Szenen aus seinen Märchen, durchfährt man bei dieser langsamen und langen Fahrt. Wer ruhige Fahrten mag, wird hier glücklich und Märchenkenner können hier testen, wer die meisten Szenen zuordnen kann. Die Themenfahrt ist von der Machart her vergleichbar mit „It’s a small world“ von Disney oder Droomvlucht in Efteling.
  • The Galley Ships (Galejen): Wow. Ich dachte mir ja, dass es wild wird, aber diese gefühlt wirklich lang dauernde Fahrt, war überraschend krass. Hoch und runter, hoch und runter, hoch und runter – und das verdammt schnell. War generell ziemlich gut, hätte aber doch ein paar Sekunden weniger lang sein können. Schön bunt war es jedenfalls. Und direkt daneben gab es das Lakritz-Eis.
Enten in einer Grünanlage im Freizeitpark Tivoli in Kopenhagen. Dahinter die Attraktion Vertigo.

Enten in einer Grünanlage im Freizeitpark Tivoli in Kopenhagen. Dahinter die Attraktion Vertigo.

  • The Roller Coaster (Rutschebanen): Diese Holzachterbahn wurde 1914 erbaut und zählt damit zu den ältesten der Welt. Die Fahrt ist sicherlich toll, wenn man Holzachterbahnen mag. Ich bin nicht so der Fan davon, würde diese hier aber als eine der besseren ansehen. In der Mitte der Waggons sitzt ein Fahrer, der über Berge und durch Täler steuert. Eine rasante Fahrt, bei der beim großen Drop ein Foto gemacht wird.
  • The Odin Express (Odin Expressen): Wilder Ride in einem Zug, sehr cool gemacht, absolut angemessene Fahrtdauer.
  • Aquila: Oh! Mein! Gott! … Ich hab’s mir ein paar Runden lang angesehen und bin dann eingestiegen. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte vor diesem Ride nichts essen. Ansonsten … Wahnsinn! Abgesehen davon, dass ich mich nicht sonderlich wohl fühlte … war es genial. Man wird wie verrückt in alle Richtungen geschleudert und erlebt in bis zu elf Metern Höhe bis zu 4 g. Unbedingt zu empfehlen!
"Vertigo" von unten. 5 g erlebt man in dieser Attraktion in Tivoli, Kopenhagen.

„Vertigo“ von unten. 5 g erlebt man in dieser Attraktion in Tivoli, Kopenhagen.

Was ich nicht gemacht habe, sind folgende Rides:

  • The Golden Tower (Det Gyldne Taarn): Ein Free-Fall-Tower im Freien mit 63 Metern Höhe. Bis ich mich in einen solchen Turm traue, der nicht in einem Raum ist (Disney, Phantasialand), dauert es vermutlich noch. Der Ausblick wird aber grandios sein. Man fällt mehrmals.
  • The Star Flyer (Himmelskibet): Eine Art Kettenkarussell in 80 Metern Höhe und damit das höchste Karussell in Nordeuropa. Ja, auch hier wird der Ausblick über Kopenhagen und Tivoli atemberaubend sein. Nein, ich hatte noch nicht den Mut, dort einzusteigen. Kommt vielleicht noch …
  • Vertigo: Bevor ich hier einsteige, steige ich lieber in beide zuvor genannten Attraktionen des Freizeitparks ein. Ich stehe immer und staune. In zwei Flugzeugen kann man sitzen und wird mit bis zu 5 g und 100 m/h durch die Luft geschleudert. Vermutlich die beste Adrenalin-Attraktion des Parks. Für mich eine Nummer zu viel …
The Star Flyer: ein Kettenkarussell in 80 Meter Höhe in Tivoli, Kopenhagen.

The Star Flyer: ein Kettenkarussell in 80 Meter Höhe in Tivoli, Kopenhagen.

Abgesehen von den genannten Attraktionen, bietet Tivoli jede Menge für Kinder. Achterbahnen sowie langsame Fahrten und einen kleinen Free-Fall-Tower können die Kleinen erleben. Außerdem gibt es jede Menge Stände wie auf einer Kirmes, an denen man zum Beispiel Plüschfiguren gewinnen kann. Es gibt Verzerrungsspiegel für lustige Fotos und generell lädt der Park zum Verweilen ein. Toiletten sind absolut ausreichend vorhanden, sodass der Weg nie sonderlich weit ist. Wer an einem heißen Sommertag zu Tivoli geht, wird mit langen Wartezeiten an den Attraktionen rechnen müssen. An dem Morgen, an dem ich da war, waren einige Schulklassen da, durch die sich das Warten sehr verzögerte. Insbesondere bei The Demon VR wurde immer noch keine Lösung gefunden: die Warteschlange wird erst kurz vor dem Einlass in die fast immer leere VR-Schlange und die normale Schlange geteilt, sodass VR-Fahrer, die mehr bezahlen, extrem viel länger anstehen, sofern sie sich nicht durchfragen (siehe meinen Achterbahn-Bericht).

Fata Morgana bietet im Freizeitpark Tivoli einen tollen Blick über Kopenhagen.

Fata Morgana bietet im Freizeitpark Tivoli einen tollen Blick über Kopenhagen.

Wer in Kopenhagen ist und genug Zeit hat, sollte unbedingt auch mal in Tivoli vorbei schauen. Es macht Spaß dort zu flanieren, das Essen soll gut sein und wer auf Adrenalin steht, ist hier gut bedient. Auch wer mit Kindern einen schönen Tag verbringen will, hat hier jede Menge Möglichkeiten. Ein einfacher Eintritt ohne Nutzung der Attraktionen ist ebenso erhältlich, wie All-Inclusive-Karten, also standardmäßige Eintrittskarten eines Freizeitparks. Es lohnt sich also vorher kurz durchzurechnen, wie viel man wirklich fahren will und ob es nicht mehr Sinn macht, nur gezielt Attraktionen zu bezahlen. Alle relevanten Infos findest Du in Englisch, Dänisch oder Chinesisch auf der offiziellen Webseite. Danke nochmals an Tivoli Gardens für die Einladung!

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